Schul­gel­der an Schwei­zer Pri­vat­schu­len

Eltern, deren Kin­der eine Pri­vat­schu­le in der Schweiz besu­chen, kön­nen nach einem Urteil des Finanz­ge­richts Baden-Würt­tem­berg die damit ver­bun­de­nen Schul­geld­zah­lun­gen nicht als Son­der­aus­ga­ben steu­er­min­dernd gel­tend machen.

Schul­gel­der an Schwei­zer Pri­vat­schu­len

Die Schweiz sei, so das Stutt­gar­ter Finanz­ge­richt weder der Euro­päi­schen Uni­on noch dem Euro­päi­schen Wirt­schafts­raum bei­getre­ten. Das zwi­schen der EU und der Schweiz abge­schlos­se­ne und seit 2002 gel­ten­de Frei­zü­gig­keits­ab­kom­men ent­hält nach Ansicht des Finanz­ge­richts für die Abzugs­fä­hig­keit von Schul­geld­zah­lun­gen kei­ne spe­zi­fi­schen Rege­lun­gen. Weder die Rege­lun­gen über das Ein­rei­se- und Auf­ent­halts­recht des Schü­lers bzw. sei­ner Eltern (sog. Dienst­leis­tungs­emp­fän­ger) noch Art. 2 des Frei­zü­gig­keits­ab­kom­mens begrün­den ein Gleich­be­hand­lungs­ge­bot mit Schul­geld­zah­lun­gen an inlän­di­sche Pri­vat­schu­len.

Nach Ansicht des Finanz­ge­richts fin­det das Frei­zü­gig­keits­ab­kom­men grund­sätz­lich kei­ne Anwen­dung auf Steu­er­nor­men (Art. 21 Abs. 2 FZA).

Finanz­ge­richt Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 21. Juli 2010 – 14 K 1469/​10