Schul­hund – steu­er­lich absetz­bar

Ein pri­vat ange­schaff­ter Schul­hund ist nicht mit einem Poli­zei­hund ver­gleich­bar. Die Auf­wen­dun­gen für den Hund kön­nen aber in Höhe eines geschätz­ten beruf­li­chen Anteils als Wer­bungs­kos­ten aner­kannt wer­den.

Schul­hund – steu­er­lich absetz­bar

Mit die­ser Begrün­dung hat das Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Auf­wen­dun­gen für einen Schul­hund in Höhe eines geschätz­ten beruf­li­chen Anteils von 50% als Wer­bungs­kos­ten aner­kannt und damit der Kla­ge teil­wei­se statt­ge­ge­ben. Geklagt hat­te eine Leh­re­rin an einer wei­ter­füh­ren­den Schu­le. Sie setzt ihren pri­vat ange­schaff­ten Hund im Unter­richt als so genann­ten „Schul­hund“ ein. In Abstim­mung mit der Schul­lei­tung beglei­tet der spe­zi­ell aus­ge­bil­de­te Hund die Klä­ge­rin an jedem Unter­richts­tag in die Schu­le. Im Rah­men einer tier­ge­stütz­ten Päd­ago­gik wird der Hund in den Unter­richt und die Pau­sen­ge­stal­tung inte­griert. Die Schu­le wirbt aktiv mit die­sem „Schul­hund­kon­zept“.

Die Betei­lig­ten strit­ten dar­über, ob und in wel­cher Höhe die Kos­ten für den Unter­halt des Hun­des (z.B. Fut­ter- und Tier­arzt­kos­ten) als Wer­bungs­kos­ten der Klä­ge­rin anzu­er­ken­nen sind. Die Klä­ge­rin begehr­te den voll­stän­di­gen Abzug der Auf­wen­dun­gen. Sie ver­trat die Auf­fas­sung, dass ihr Schul­hund – eben­so wie ein Poli­zei­hund – ein Arbeits­mit­tel sei. Das beklag­te Finanz­amt lehn­te den Wer­bungs­kos­ten­ab­zug ab, weil die Auf­wen­dun­gen nicht aus­schließ­lich beruf­lich ver­an­lasst sei­en und eine Abgren­zung zum pri­va­ten Bereich nicht mög­lich sei.

In sei­ner Ent­schei­dung hat das Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf aus­drück­lich betont, dass ein pri­vat ange­schaff­ter Schul­hund nicht mit einem Poli­zei­hund ver­gleich­bar sei. Ein Poli­zei­hund ste­he im Eigen­tum des Dienst­herrn und wer­de dem jewei­li­gen Poli­zis­ten zuge­wie­sen, wobei der Poli­zist auch in der pri­va­ten Nut­zung des Hun­des an Wei­sun­gen des Dienst­herrn gebun­den sei.

Das Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf hielt eine Auf­tei­lung der Auf­wen­dun­gen in einen pri­vat ver­an­lass­ten und einen beruf­lich ver­an­lass­ten Anteil für erfor­der­lich und mög­lich. Die bei­den Ver­an­las­sungs­bei­trä­ge sei­en nicht untrenn­bar. Der Hund wer­de in der Zeit, in der er in der Schu­le sei, aus­schließ­lich beruf­lich genutzt. Eine Auf­tei­lung der Auf­wen­dun­gen anhand der Zei­ten der beruf­li­chen und der nicht beruf­li­chen Nut­zung hielt das Finanz­ge­richt für nicht sach­ge­recht. Bei einem Tier sei eine fort­lau­fen­de Pfle­ge erfor­der­lich. Anders als bei einem Gegen­stand sei eine schlich­te „Nicht­nut­zung“ daher nicht mög­lich. Außer­dem könn­ten die Zeit­an­tei­le außer­halb der Schul­zei­ten nicht voll­stän­dig einer pri­va­ten Nut­zung zuge­ord­net wer­den. Das Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf schätz­te den beruf­li­chen Nut­zungs­an­teil eines Hun­des daher auf 50%.

Die Ent­schei­dung ist nicht rechts­kräf­tig; die vom Finanz­ge­richt zuge­las­se­ne Revi­si­on wur­de ein­ge­legt und ist unter dem Akten­zei­chen VI R 52/​18 anhän­gig.

Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 14. Sep­tem­ber 2018 – 1 K 2144/​17 E