Snow­board­kur­se als Wer­bungs­kos­ten

Auf in den Win­ter­sport: Auf­wen­dun­gen von Leh­rern für Snow­board­kur­se kön­nen nach einem jetzt ver­öf­fent­lich­ten Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs als Wer­bungs­kos­ten bei den Ein­künf­ten aus nicht­selb­stän­di­ger Arbeit abzugs­fä­hig sein, wenn ein kon­kre­ter Zusam­men­hang mit der Berufs­tä­tig­keit besteht.

Snow­board­kur­se als Wer­bungs­kos­ten

Im ent­schie­de­nen Fall war der Klä­ger als Sport­leh­rer tätig. Außer­dem lei­te­te er die Win­ter­sport Arbeits­ge­mein­schaft sei­ner Schu­le und orga­ni­sier­te und betreu­te Klas­sen­fahr­ten mit Win­ter­sport­in­hal­ten. Der Klä­ger nahm an einem Leh­rer­fort­bil­dungs­kurs „Snow­board­fah­ren im Schul­sport” teil. Ziel der Ver­an­stal­tung war der Erwerb der tech­ni­schen Grund­fer­tig­kei­ten mit dem Snow­board im Rah­men alpi­ner Schul­ski­kur­se. Der Kurs umfass­te prak­ti­sche Übun­gen und die Ver­mitt­lung theo­re­ti­scher Kennt­nis­se. Am letz­ten Kurs­tag erfolg­te eine Über­prü­fung der erlern­ten Tech­ni­ken. Das Finanz­amt erkann­te die Auf­wen­dun­gen des Klä­gers für den Snow­board­kurs nicht als Wer­bungs­kos­ten an.

Der BFH ent­schied jedoch, dass die Auf­wen­dun­gen als Wer­bungs­kos­ten abzugs­fä­hig sind. Es bestehe ein hin­rei­chend kon­kre­ter Zusam­men­hang zwi­schen den Auf­wen­dun­gen des Klä­gers für den Snow­board­kurs und sei­ner Berufs­tä­tig­keit. Der Klä­ger ertei­le einen für die Fort­bil­dungs­ver­an­stal­tung ein­schlä­gi­gen Unter­richt. Der Lehr­gang sei dar­auf aus­ge­rich­tet, den teil­neh­men­den Sport­leh­rern prak­ti­sche und päd­ago­gi­sche Fähig­kei­ten und Kennt­nis­se zu ver­mit­teln, die der Beauf­sich­ti­gung und Unter­rich­tung von Schul­klas­sen beim Snow­board­fah­ren dien­ten. Der Klä­ger habe den Snow­board­kurs maß­geb­lich im Hin­blick auf die Erwar­tungs­hal­tung der Schü­ler besucht, da er für die Lei­tung der Win­ter­sport Arbeits­ge­mein­schaft die Fähig­keit benö­tigt habe, auch zeit­ge­mä­ße Win­ter­sport­ar­ten im Unter­richt ver­mit­teln zu kön­nen. Bei die­ser Sach­la­ge kom­me dem Umstand, dass über die Über­prü­fung der in dem Kurs erlern­ten Tech­ni­ken kein Zer­ti­fi­kat aus­ge­stellt wor­den sei, kei­ne aus­schlag­ge­ben­de Bedeu­tung mehr zu.

BFH, Urteil vom 22. Juni 2006 – VI R 61/​02