Son­der­ab­schrei­bun­gen in der Total­über­schuss­pro­gno­se

Bei der Abgren­zung von steu­er­lich anzu­er­ken­nen­den Ver­lus­ten zu sol­chen aus Lieb­ha­be­rei, die steu­er­lich nicht zu berück­sich­ti­gen sind, ist regel­mä­ßig eine Pro­gno­se der wäh­rend des gesam­ten Zeit­raums vor­aus­sicht­lich zu erzie­len­den Gewin­ne und Ver­lus­te ent­schei­dend: Ergibt sich hier­bei über die gesam­ten Jah­re gerech­net ein posi­ti­ver Über­schuss, ist in aller Regel von einer Gewinn­erzie­lungs­ab­sicht aus­zu­ge­hen und damit der im aktu­el­len Jahr auf­ge­lau­fe­ne Ver­lust anzu­er­ken­nen; bleibt auch über die gan­zen Jah­re unter dem Strich ein Minus, liegt im Regel­fall kei­ne Gewinn­erzie­lungs­ab­sicht, son­dern blo­ße Lieb­ha­be­rei vor, so dass die­se Tätig­keit und damit auch der Ver­lust ein­kom­men­steu­er­lich nicht zu berück­sich­ti­gen ist.

Son­der­ab­schrei­bun­gen in der Total­über­schuss­pro­gno­se

Dies gilt grund­sätz­lich auch bei einer von vor­ne­her­ein nur auf eini­ge Jah­re ange­leg­ten Ver­mie­tungs­tä­tig­keit, etwa ihm Rah­men von Bau­her­ren­mo­del­len o.ä. Frag­lich war bis­her jedoch, wie etwa Son­der­ab­schrei­bun­gen nach dem För­der­ge­biets­ge­setz einer einer sol­cher­ma­ßen befris­te­ten Ver­mie­tungs­tä­tig­keit im Rah­men der Total­über­schuss­pro­gno­se zu berück­sich­ti­gen ist.

Die Ant­wort des Bun­des­fi­nanz­hofs hier­zu: Gel­tend gemach­te Son­der­ab­schrei­bun­gen nach den §§ 1, 3 und 4 des FördG sind nicht in eine befris­te­te Total­über­schuss­pro­gno­se (im ent­schie­de­nen Fall von zehn Jah­ren) ein­zu­be­zie­hen, wenn die nach­träg­li­chen Her­stel­lungs­kos­ten inner­halb der vor­aus­sicht­li­chen Dau­er der Ver­mie­tungs­tä­tig­keit gemäß § 4 Abs. 3 FördG voll­stän­dig abge­schrie­ben wer­den 1.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 25. Juni 2009 – IX R 24/​07

  1. Anschluss an und Abgren­zung zu BFH, Urteil vom 09.07.2002 – IX R 57/​00, BFHE 199, 422, BSt­Bl II 2003, 695[]