Spe­ku­la­ti­ons­ge­win­ne 1994 – 99

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat­te bereits im März 2004 ent­schie­den, dass die Besteue­rung von Spe­ku­la­ti­ons­ge­win­nen aus pri­va­ten Wert­pa­pier­ge­schäf­ten in den Ver­an­la­gungs­zeit­räu­men 1997 und 1998 gegen das Grund­ge­setz ver­sto­ße, weil die Besteue­rung in ers­ter Linie von der Mit­wir­kungs- und Erklä­rungs­be­reit­schaft des Steu­er­pflich­ti­gen abhän­ge und eine dem Gleich­heits­satz ent­spre­chen­de Durch­set­zung des Steu­er­an­spruchs daher nicht gewähr­leis­tet sei. Der 10. Senat des Finanz­ge­richts Müns­ter meint nun, dies tref­fe auch auf die Ver­an­la­gungs­zeit­räu­me 1994 bis 1996 zu. Im Hin­blick auf 1994 tritt das Finanz­ge­richt Müns­ter damit der Auf­fas­sung des Bun­des­fi­nanz­hofs ent­ge­gen, der im Juni 2004 ent­schie­den hat­te, dass eine Vor­la­ge an das BVerfG für das Jahr 1994 nicht in Betracht kom­me, weil dem Gesetz­ge­ber nach dem Urteil des BVerfG zur Zins­be­steue­rung aus dem Jah­re 1991 eine Über­gangs­zeit ein­zu­räu­men sei, die für die Besteue­rung pri­va­ter Wert­pa­pier­ge­schäf­te das Jahr 1994 umfas­se. Der 10. Senat des Finanz­ge­richts Müns­ter hält dem ent­ge­gen, dass das BVerfG dem Gesetz­ge­ber in sei­nem Urteil zur Zins­be­steue­rung ledig­lich eine Frist zur Besei­ti­gung der ver­fas­sungs­wid­ri­gen Rechts­la­ge bis zum 1. Janu­ar 1993 ein­ge­räumt habe. Die­se Frist müs­se auch für die Besteue­rung von Spe­ku­la­ti­ons­ge­win­nen aus Wert­pa­pier­ge­schäf­ten gel­ten.

Spe­ku­la­ti­ons­ge­win­ne 1994 – 99

Bereits im April 2005 hat­te dar­über hin­aus der 8. Senat des Finanz­ge­richts Müns­ter dem BVerfG die Fra­ge vor­ge­legt, ob die Besteue­rung pri­va­ter Wert­pa­pier­ge­schäf­te für das Jahr 1996 mit dem Gleich­heits­satz ver­ein­bar ist.

Finanz­ge­richt Müns­ter, Beschluss vom 05.04.2005 – 8 K 4710/​01 E
Finanz­ge­richt Müns­ter, Beschluss vom 13.07.2005, – 10 K 6837/​03 E