Spon­ta­ne Erfin­dun­gen

Die Über­tra­gung von Rech­ten aus einer spon­ta­nen Erfin­dung kann, wie ein jetzt ver­öf­fent­lich­tes Urteil des Finanz­ge­richts Rhein­land-Pfalz zeigt, zu steu­er­pflich­ti­gen Ein­künf­ten füh­ren.

Spon­ta­ne Erfin­dun­gen

Im Jah­re 1984 hat­te die Klä­ge­rin bei einem Kaf­fee­ge­spräch eine spon­ta­ne Erfin­dung in der Wei­se gemacht, dass sie die Idee hat­te, dass es mög­lich sein müs­se, eine dün­ne, wirk­stoff­hal­ti­ge Tablet­te oder etwas ähn­li­ches in den Kle­ber eines Pflas­ters ein­zu­bau­en oder zwi­schen Kle­ber oder Trä­ger­ma­te­ri­al zu legen (Tablet­ten­pflas­ter). Mit Ver­trag vom Dezem­ber 1989 über­trug die Klä­ge­rin die Rech­te an der Erfin­dung auf den Pro­du­zen­ten. Das Ent­gelt wur­de mit einem Anteil aus den Net­to­ver­kaufs­er­lö­sen und einem Anteil der auf das Pro­dukt ent­fal­len­den Net­to­li­zenz­ein­nah­men ver­ein­bart. Bereits 1986 war eine Patent­an­mel­dung ein­ge­reicht wor­den, um die Schutz­fä­hig­keit zu prü­fen. Auf Grund der Nähe der Klä­ge­rin zu dem spä­te­ren Pro­du­zen­ten – der Ehe­mann der Klä­ge­rin war dort ange­stellt – soll­te von einer Ver­gü­tung für die Erfin­dung solan­ge abge­se­hen wer­den, wie eine wirt­schaft­li­che Ver­wer­tung zu Guns­ten des Pro­du­zen­ten nicht erfolgt sei. Erst als im Jah­re 1989 eine Ver­wer­tung ange­stan­den hat­te, kam es zum Ver­trags­schluss.

Nach­dem nicht uner­heb­li­che Zah­lun­gen geflos­sen waren, ver­trat die Klä­ge­rin die Auf­fas­sung, dass es sich bei dem Ver­trag vom Dezem­ber 1989 um einen Kauf­ver­trag han­de­le und die im pri­va­ten Ver­mö­gens­be­reich lie­gen­de Ver­äu­ße­rung nicht der Besteue­rung unter­lie­ge. Das Finanz­amt war hin­ge­gen der Auf­fas­sung, dass die Lizenz­ge­büh­ren als sons­ti­ge Ein­künf­te, bzw. als selb­stän­di­ge Ein­künf­te im Sin­ne des EStG zu behan­deln sei­en und leg­te die geleis­te­ten Beträ­ge den Ein­kom­men­steu­er­be­schei­den 1990 bis 1994 zu Grun­de.

Finanz­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 31. Okto­ber 2007 – 1 K 1941/​05