Steu­er­be­ra­tungs­kos­ten für beschränkt Steu­er­pflich­ti­ge

Der Gerichts­hof der Euro­päi­schen Gemein­schaf­ten hatt bereits im Juli 2006 in der Rechts­sa­che "Coni­jn" ent­schie­den:

Steu­er­be­ra­tungs­kos­ten für beschränkt Steu­er­pflich­ti­ge

Arti­kel 52 EG-Ver­trag (nach Ände­rung jetzt Arti­kel 43 EG) steht einer natio­na­len Vor­schrift ent­ge­gen, die einer beschränkt steu­er­pflich­ti­gen Per­son nicht erlaubt, die Steu­er­be­ra­tungs-kos­ten, die ihr für die Erstel­lung ihrer Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung ent­stan­den sind, in glei­cher Wei­se wie eine unbe­schränkt steu­er­pflich­ti­ge Per­son von ihren steu­er­pflich­ti­gen Ein­künf­ten als Son­der­aus­ga­ben abzu­zie­hen.

Nun zieht das Bun­des­fi­nanz­mins­te­ri­um die Kon­se­quen­zen aus die­sem Urteil:

§ 50 Abs. 1 Satz 4 EStG ist nicht anzu­wen­den, soweit er für Ver­an­la­gungs­zeit­räu­me bis ein­schließ­lich 2005 bei beschränkt Steu­er­pflich­ti­gen den Son­der­aus­ga­ben­ab­zug von Steu­er­be­ra­tungs­kos­ten aus­schließt. Der Abzug von Steu­er­be­ra­tungs­kos­ten als Son­der­aus­ga­ben setzt vor­aus, dass der beschränkt Steu­er­pflich­ti­ge Staats­an­ge­hö­ri­ger eines Mit­glied­staa­tes der Euro­päi­schen Uni­on oder eines Staa­tes ist, auf den das Abkom­men über den Euro­päi­schen Wirt­schafts­raum Anwen­dung fin­det, und im Hoheits­ge­biet eines die­ser Staa­ten sei­nen Wohn­sitz oder gewöhn­li­chen Auf­ent­halt hat. Ab Ver­an­la­gungs­zeit­raum 2006 ist dage­gen auf­grund des Weg­falls von § 10 Abs. 1 Nr. 6 EStG der Son­der­aus­ga­ben­ab­zug für Steu­er­be­ra­tungs­kos­ten bei unbe­schränkt wie beschränkt Steu­er­pflich­ti­gen glei­cher­ma­ßen aus­ge­schlos­sen. Die vor­ste­hen­den Grund­sät­ze sind in allen noch offe­nen Fäl­len anzu­wen­den.

Gerichts­hof der Euro­päi­schen Gemein­schaf­ten, Urteil vom 6. Juli 2006 – C‑346/​04
Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Finan­zen, Schrei­ben vom 17. April 2007 – IV C 8 – S 2301/​07/​0002 2007/​0165592