Steuern auf Spielgewinne: Der Zufall als entscheidender Faktor

Unsere Steuern sind ein Teil des alltäglichen Lebens und im Bereich der beruflichen Tätigkeit den meisten Menschen sehr klar. Kompliziert wird es allerdings, wenn Einnahmen aus anderen Quellen zum Geldfluss dazu kommen, denn oftmals stellt sich hier die große Frage, wie und ob versteuert werden muss. Gewinne sind dabei ein interessantes Beispiel, denn für sie gibt es einige wichtige Faktoren, die es zu beachten gilt. Dabei spielt vor allem der Zufall eine große Rolle, denn er entscheidet über die Steuerpflicht.

Steuern auf Spielgewinne: Der Zufall als entscheidender Faktor

Bei Zufall fällt die Steuer aus

Alle Gewinne, die durch den Zufall entstehen, werden von der Steuerpflicht entnommen. Wer also z. B. in der Spielbank groß abräumt, darf mit dem gesamten Gewinn nachhause gehen. Besonders beliebt sind Online Casinos, in denen man virtuelle Slots und klassische Casinospiele findet. Hier werden die Einzahlungen online getätigt, Gewinne kann man direkt wieder auf das eigene Konto überweisen lassen. Auch hier sitzt der Zufall mit am Steuer. Wer auf seinem Spielerkonto ein Plus erreichen kann und es sich auszahlen lassen möchte, muss sich über mögliche Steuern keine Sorgen machen. Der gesamte Gewinn gehört dem Spieler. Dasselbe gilt auch für das Lottospiel, in dem oftmals große Summen verteilt werden. Da man die passenden Zahlen nur erraten kann, gibt es keinen Grund dafür, die Gewinne als Einkommen versteuern zu müssen. Andere Spiele, deren Gewinne nicht unter die Steuerpflicht fallen, sind u. a. Bingo, Keno, Roulette, Glücksräder und jegliche Jackpots. Da hier niemals eine Leistung erfordert ist, müssen diese Gewinne nicht beim Finanzamt angegeben werden, unabhängig davon, wie hoch sie sind.

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Glücksspiel als Beruf

Es gibt einige Formen des Glücksspiels, bei denen die Steuerfrage anders ausfällt. Dazu zählen jene Spiele, die als berufliche Tätigkeit ausgeführt werden. Im Fokus steht dabei vor allem das Spiel Poker. Das beliebte Kartenspiel hat zwar eine Zufallskomponente, da man nicht weiß, welche Karten ausgeteilt werden, wird aber in einigen Fällen trotzdem als Arbeit eingeordnet. Dies betrifft aber nur professionelle Pokerspieler. Ob man in diese Kategorie fällt, ist nicht immer ganz eindeutig zu beurteilen. Wird Poker regelmäßig online oder in Pokerrooms gespielt und sind die Gewinne ein wichtiger Teil des monatlichen Einkommens, so müssen die Gewinne bei der elektronischen Einkommenssteuererklärung als solches deklariert werden. Wichtig ist dabei vor allem, ob man auf Grund der eigenen Fähigkeiten gewinnt oder ob Poker einfach nur als Hobby ausgeführt wird, bei dem man sich über unerwartete Gewinne freut. Wann genau diese Grenze als überschritten gilt, ist für viele Spieler schwer zu beantworten. Hier kann es hilfreich sein, die Lage von einem Steuerberater beurteilen zu lassen. Im schlechtesten Fall müssen die Gewinne nämlich nachträglich versteuert werden, was zu ungeplanten Ausgaben führt. Steuern fallen übrigens auch bei dem Abschluss von Wetten ab, dabei handelt es sich jedoch um eine 5-prozentige Wettsteuer, die direkt verrechnet wird, nicht um die Einkommenssteuer.

Sich im Steuerdschungel zurechtzufinden, ist für viele Menschen gar nicht so einfach. Oftmals fallen Steuern an, mit denen man überhaupt nicht gerechnet hat. Bei Gewinnen kann man sich jedoch merken, dass der Zufall die entscheidende Komponente ist. Hat man einen Gewinn nicht durch Leistung sondern durch zufälliges Erraten erlangt, fällt auf jeden Fall keine Steuer an.

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