Steu­ern beim Devi­sen­han­del – was ist zu beach­ten?

Wem das Kon­zept des Devi­sen­han­dels (Eng­lisch: Forex Tra­ding) noch rela­tiv neu ist, soll­te zu Beginn die Fra­gen rund um die Ver­steue­rung klä­ren. Müs­sen Gewin­ne ver­steu­ert wer­den und falls ja, dann wie? Hier bli­cken wir auf alle wich­ti­gen Fak­ten sowie auf die Grund­la­gen des Devi­sen­han­dels, um einen erfolg­rei­chen Start zu gewähr­leis­ten.

Steu­ern beim Devi­sen­han­del – was ist zu beach­ten?

Was beinhal­tet der Devi­sen­han­del?

Der Devi­sen­han­del ist deut­li­cher ein­fa­cher zu ver­ste­hen, als er auf den ers­ten Blick schei­nen mag. Bei die­ser Art des Tra­dings geht es grund­sätz­lich dar­um, Devi­sen zu kau­fen und zu ver­kau­fen. Die­se Trans­ak­tio­nen wer­den ent­we­der gegen die eige­ne oder gegen eine frem­de Wäh­rung aus­ge­führt. Es han­delt sich dabei nicht um ein klas­si­sches Bank­ge­schäft im Sinn des KWG, obwohl Rege­lun­gen der Bank­auf­sicht gel­ten. Am Forex-Tra­ding betei­ligt sind diver­se Akteu­re: Sowohl Ein­zel­per­so­nen, Zen­tral­ban­ken als auch Unter­neh­men kön­nen am Han­del teil­ha­ben. Ent­spre­chend der hohen Anzahl an Markt­teil­neh­mern han­delt es sich mit einem Volu­men von täg­lich über 5 Bil­lio­nen Dol­lar um einen der größ­ten Finanz­märk­te welt­weit. Der Groß­teil des Devi­sen­han­dels wird betrie­ben, um Gewinn zu erzie­len. Tra­der ver­su­chen, die Vola­ti­li­tät ein­zel­ner Wäh­run­gen aus­zu­nut­zen, indem sie zum geeig­ne­ten Zeit­punkt Devi­sen kau­fen oder ver­kau­fen. Die wich­tigs­ten Han­dels­plät­ze lie­gen in den deut­schen Groß­städ­ten, New York, Chi­ca­go, Tokio, Sin­ga­pur, Hong­kong und den Haupt­städ­ten West­eu­ro­pas.

Wel­che Steu­ern fal­len nach dem Han­del an?

Steuern beim Devisenhandel - was ist zu beachten?

Wer sich erst­mals am Forex-Tra­ding ver­sucht, jedoch unsi­cher ist, wie die finan­zi­el­len Kon­se­quen­zen im Detail aus­se­hen, kann beru­higt sein. Die Ant­wor­ten sind ein­deu­tig: Alle Gewin­ne aus dem Devi­sen­han­del müs­sen ver­steu­ert wer­den. Dabei ist zu beach­ten, dass die Abgel­tungs­steu­er auf alle Arten von Kapi­tal­erträ­gen anfällt, wäh­rend der pau­scha­le Steu­er­satz bei 25 % liegt. Die Abgel­tungs­steu­er besteht seit dem Jahr 2009 und wird auf alle Kapi­tal­erträ­ge erho­ben; sie hat den Zweck, die Ver­steue­rung durch den Pau­schal­be­trag zu ver­ein­fa­chen. Hin­zu kom­men 5,5 % Soli­da­ri­täts­zu­schlag und – abhän­gig vom Ein­zel­fall – auch Kir­chen­steu­er. In einem Bei­spiels­fall eines Kir­chen­steu­er­pflich­ti­gen liegt die Sum­me der Steu­ern bei Gewin­nen in Höhe von 1.000 Euro etwa bei 283,76 Euro. Die­ser Wert berech­net sich im kon­kre­ten Bei­spiel wie folgt:

Der Händ­ler erreicht durch sei­ne Devi­sen-Tra­des einen Gewinn von 1.000 Euro. Von die­sem Betrag fal­len nun 25 % Ertrags­steu­er an. Es han­delt sich dem­nach um einen Betrag von 250 Euro. Die wei­te­ren 5,5 % des Soli­da­ri­täts­zu­schlags umfas­sen der­weil 13,76 Euro. Hin­zu kommt die acht­pro­zen­ti­ge Kir­chen­steu­er auf die 250 Euro, also 20 Euro.

Wenn der Tra­der einen per­sön­li­chen Ein­kom­mens­steu­er­satz unter 25 % hat, kann er die Gewin­ne auch in sei­ner Ein­kom­mens­steu­er­erklä­rung ange­ben, wodurch gespart wer­den kann. Der jähr­li­che Frei­be­trag liegt im Übri­gen für Allein­ste­hen­de bei 801 Euro (und für Ehe­gat­ten bei 1.602 Euro) und muss per Frei­stel­lungs­auf­trag durch den Bro­ker ver­füg­bar gemacht wer­den. Im Nor­mal­fall sind alle Bedin­gun­gen auch auf der Web­site des Bro­kers vor­zu­fin­den. Einen Vor­teil für den Nut­zer stellt der Han­del bei deut­schen Bro­kern dar. Letz­te­re behal­ten die Steu­ern direkt ein, sodass sich der Kun­de um nichts küm­mern muss. Da die meis­ten Anbie­ter jedoch aus dem Aus­land stam­men, ist es bedeut­sam, sich der Her­kunft von Beginn an bewusst zu sein. Im Not­fall ist fest­zu­hal­ten, dass ein Steu­er­be­ra­ter oder das Finanz­amt direkt wei­ter­hel­fen, wenn wei­ter­hin Unklar­hei­ten bestehen soll­ten.