Steu­er­pflicht für Rent­ner zehrt Ren­ten­er­hö­hung teil­wei­se auf

Die Ren­ten­er­hö­hung lös­te im ver­gan­ge­nen Jahr Freu­de unter den Rent­nern aus. Dabei haben vie­le jedoch ver­ges­sen, dass sie durch die Erhö­hung der Ren­te plötz­lich steu­er­pflich­tig gewor­den sind, da ihre Ein­künf­te jetzt den Frei­be­trag über­stei­gen. Wer erst 2018 in Ren­te geht, muss sogar einen höhe­ren Anteil ver­steu­ern. Im Jahr 2017 muss­ten 4,4 Mil­lio­nen Rent­ner Steu­ern zah­len. Nach einer Pro­gno­se des Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums sind es im Jahr 2018 schon 5,6 Mil­lio­nen Senio­ren, die der Staat zur Kas­se bit­tet. Die geplan­te Erhö­hung für den 1. Juli 2018 bringt für vie­le erst die Steu­er­pflicht mit sich. Dabei ist zu beach­ten, dass ein gemein­sam ver­an­lag­tes Ehe­paar als ein Steu­er­zah­ler gilt. Das heißt, kommt ein Ehe­part­ner in die Steu­er­pflicht, muss auch der ande­re Steu­ern zah­len.

Steu­er­pflicht für Rent­ner zehrt Ren­ten­er­hö­hung teil­wei­se auf

Pri­va­te Ren­ten­ver­si­che­rung gehört schon zum Pflicht­pro­gramm

Das schmä­lert die monat­li­chen Ein­künf­te der Rent­ner zusätz­lich. Wer der­zeit kurz davor steht, dass sei­ne pri­va­te Alters­ver­sor­gung in die Zutei­lung kommt, hat den Ver­trag noch in den guten Jah­ren ange­fan­gen, als die Zin­sen am Kapi­tal­markt noch höher waren. Heu­te müs­sen Anle­ger sich fra­gen, ob die Ver­si­che­rer in der Lage sind, auch lang­fris­tig etwas mehr als den gesetz­li­chen Garan­tie­zins von 0,9 Pro­zent zu erzie­len. Wel­che Mög­lich­kei­ten bestehen, um zusätz­lich vor­zu­sor­gen und die Ren­te zu sichern, zeigt die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung auf.

Die pri­va­te Zusatz­ver­si­che­rung schließt die Ver­sor­gungs­lü­cke, um auch im Ren­ten­al­ter den gewohn­ten Lebens­stan­dard hal­ten zu kön­nen.

Den­noch ist eine pri­va­te Zusatz­ver­sor­gung unver­zicht­bar gewor­den, um den gewohn­ten Lebens­stan­dard im Alter hal­ten zu kön­nen. Vie­le Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaf­ten haben Pro­duk­te für die Alters­ver­sor­gung im Ange­bot. Bei den meis­ten han­delt es sich aller­dings mehr um einen Spar­plan als um eine Ver­si­che­rung. In der pri­va­ten Ren­ten­ver­si­che­rung errech­net sich der monat­li­che Bei­trag aus ver­schie­de­nen Fak­to­ren: der gewünsch­ten Ver­trags­lauf­zeit, der zukünf­ti­gen Ren­ten­hö­he und den finan­zi­el­len Mög­lich­kei­ten. Für den Ver­brau­cher bedeu­tet dies, dass er ver­glei­chen und sich gut bera­ten las­sen muss, um das für ihn am bes­ten pas­sen­de Ange­bot her­aus­zu­fin­den. Ziel muss es immer sein, die Ver­sor­gungs­lü­cke zu schlie­ßen.
 

Die­se Ein­künf­te müs­sen Rent­ner ver­steu­ern

Rent­ner, die neben der gesetz­li­chen Ren­te noch ande­re Ein­nah­men haben, müs­sen die­se teil­wei­se auch ver­steu­ern. Wer Miet­ein­nah­men hat oder Kapi­tal­erträ­ge, für die er noch kei­ne Abgel­tungs­steu­er gezahlt hat, ist hier eben­falls in der Steu­er­pflicht. Dabei gibt es einen Steu­er­frei­be­trag, der im Jahr 2018 genau 9.000 Euro beträgt, im Vor­jahr waren es 8.820 Euro. Wie hoch der Anteil der zu ver­steu­ern­den gesetz­li­chen Ren­te ist, hängt davon ab, wann der Rent­ner in Ren­te gegan­gen ist. Der Anteil steigt von Jahr zu Jahr. Wer bei­spiels­wei­se 2018 in Ren­te geht, muss 76 Pro­zent sei­ner Ren­te ver­steu­ern. Eine umfas­sen­de Ant­wort auf die Fra­ge, was Rent­ner ver­steu­ern müs­sen, gibt der Lohn­steu­er­hil­fe­ver­ein in die­sem Bei­trag.
 

Zusatz­ren­ten unter­lie­gen eben­falls der Steu­er­pflicht

Auch die Zusatz­ren­ten, die sich Arbeit­neh­mer im Lauf ihres Arbeits­le­bens ange­spart haben, unter­lie­gen der Steu­er­pflicht. Bei der Betriebs­ren­te waren die Ein­zah­lun­gen alle­samt steu­er­frei, die monat­li­chen Aus­zah­lun­gen sind jedoch steu­er­pflich­tig. Bei der Ries­ter­ren­te sieht es ähn­lich aus. Die Bei­trags­zah­lun­gen waren mit einem Steu­er­vor­teil belegt und steu­er­ver­güns­tigt. Wenn es dann zur Aus­zah­lung kommt, sind die monat­li­chen Beträ­ge zu 100 Pro­zent steu­er­pflich­tig. Bei der pri­va­ten Ren­te sieht das etwas anders aus. Hier hat der Ver­brau­cher lan­ge Jah­re von sei­nem ver­steu­er­ten Ein­kom­men die Bei­trä­ge gezahlt. Der Staat ver­steu­ert nur den Ertrags­an­teil, das bedeu­tet 18 Pro­zent der monat­li­chen Aus­zah­lung sind steu­er­pflich­tig.
 

Wie las­sen sich als Rent­ner Steu­ern ver­mei­den

Vie­le Aus­ga­ben las­sen sich von der Steu­er abset­zen, das gilt nicht nur für Arbeit­neh­mer, son­dern für alle Steu­er­zah­ler, also auch für Rent­ner. Neben Spen­den oder Arz­nei­mit­tel­kos­ten sind Ver­si­che­rungs­bei­trä­ge und Hand­wer­ker­kos­ten abzugs­fä­hig. Dar­über hin­aus gibt es Wer­bungs­kos­ten­pau­scha­len und Pau­scha­len für Son­der­aus­ga­ben. Rent­ner, die sich mit einem Neben­er­werb die Ren­te auf­bes­sern, müs­sen die Neben­ein­künf­te eben­falls besteu­ern. Dabei gilt ein Alters­ent­las­tungs­be­trag, der sich nach dem Alter des Rent­ners rich­tet. Die­ser ist steu­er­frei. Ein Rent­ner, der im Jahr 2018 65 Jah­re alt ist, hat einen Alters­ent­las­tungs­be­trag von 20,8 Pro­zent oder maxi­mal 988 Euro steu­er­frei. Die­ser Betrag kann je nach Jahr­gang höher oder gerin­ger aus­fal­len.
 

Tipps für die Anla­ge

Als Anle­ger ist es sinn­voll, von Zeit zu Zeit die bestehen­den Ver­trä­ge zu über­prü­fen und even­tu­ell anzu­pas­sen, wenn sie nicht mehr opti­mal sind. Nicht jeder Ver­trag, der vor Jah­ren not­wen­dig war, ist heu­te noch sinn­voll. Durch neue oder geän­der­te Geset­ze haben sich vie­le Vor­aus­set­zun­gen ver­än­dert. Wer sich aktu­ell nach einer Anla­ge­mög­lich­keit umsieht, soll­te sich infla­ti­ons­ge­schütz­te Anla­ge­al­ter­na­ti­ven näher anse­hen. Sie sind aktu­ell eine gute Wahl. Da die Band­brei­te an Anla­ge­for­men sehr groß ist und die Pro­dukt­in­for­ma­tio­nen nicht immer all­seits ver­ständ­lich, hat die Ver­brau­cher­zen­tra­le Nie­der­sach­sen ein paar Tipps zusam­men­ge­stellt, die hel­fen sol­len, eine siche­re und gewinn­brin­gen­de Anla­ge­form zu fin­den.


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  1. vgl. BGH, Beschluss vom 21.03.2001 – IX ZB 18/​02, NJW 2002, 2181[]