Steu­er­pflicht von Zin­sen aus Kapi­tal­le­bens­ver­si­che­run­gen

Die Betei­lig­ten eine vom Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf ent­schie­de­nen, beim Bun­des­fi­nanz­hof aber noch anhän­gi­gen Ver­fah­rens strei­ten dar­über, ob Zin­sen aus Kapi­tal­le­bens­ver­si­che­run­gen gemäß § 20 Abs. 1 Nr. 6 EStG ein­kom­men­steu­er­pflich­tig sind. Das Ver­fah­ren kam – wie häu­fig in die­sen Fäl­len – nach einer Anzei­ge einer Bank gem. § 29 ESt­DV in Gang. Nach die­ser Vor­schrift sind Kre­dit­in­sti­tu­te ver­pflich­tet, dem Finanz­amt anzu­zei­gen, falls ein Dar­le­hens­neh­mer zur Siche­rung des Dar­le­hens die Ansprü­che aus einer Kapi­tal­le­bens­ver­si­che­rung abge­tre­ten hat.

Steu­er­pflicht von Zin­sen aus Kapi­tal­le­bens­ver­si­che­run­gen

So war es im Streit­fall, wobei die Aus­zah­lung der Dar­le­hen auf Abruf in Teil­be­trä­gen auf ein geson­der­tes Kon­to­kor­rent­kon­to (Bau­kon­to) erfolg­te und zwi­schen Aus­zah­lung und Abruf teil­wei­se über 30 Tage lagen. Das Finanz­amt erließ geson­der­te Beschei­de über die Steu­er­pflicht der Zin­sen aus den Kapi­tal­le­bens­ver­si­che­run­gen. Es war der Auf­fas­sung, dass die Dar­le­hens­mit­tel nicht unmit­tel­bar und aus­schließ­lich für die Finan­zie­rung der Anschaf­fungs- und Her­stel­lungs­kos­ten ver­wen­det wor­den sei­en. Das führt zu der für die Klä­ger sehr ungüns­ti­gen Fol­ge, dass die Zin­sen aus den in den Bei­trä­gen zu den o. a. Kapi­tal­le­bens­ver­si­che­run­gen ent­hal­te­nen Spar­an­tei­len im Zeit­punkt ihrer Ver­rech­nung oder Aus­zah­lung ins­ge­samt ein­kom­men­steu­er­pflich­tig sind. Die Klä­ger wand­ten sich dage­gen. Sie mein­ten, die ver­zö­ger­te Aus­zah­lung der Dar­lehns­mit­tel ste­he der unmit­tel­ba­ren und aus­schließ­li­chen Ver­wen­dung nicht ent­ge­gen. Das dazu ergan­ge­ne BMF-Schrei­ben vom 15. Juni 2000 sehe zwar nur Zah­lun­gen inner­halb einer 30-Tage-Frist als unschäd­lich an, die­se Frist stel­le aber kei­ne gesetz­li­che (Aus­schluss-) Frist dar. Das Finanz­ge­richt folg­te der Auf­fas­sung des Finanz­am­tes und wies die Kla­ge ab. Sei­ner Auf­fas­sung wur­den die Dar­le­hens­mit­tel nicht unmit­tel­bar und aus­schließ­lich für begüns­tig­te Anschaf­fungs- und Her­stel­lungs­kos­ten ver­wen­det. Tat­säch­lich sei­en von dem Kon­to­kor­rent­kon­to Anschaf­fungs- und Her­stel­lungs­kos­ten inklu­si­ve abzieh­ba­rer Vor­steu­er, Pacht­zah­lun­gen, Geld­be­schaf­fungs­kos­ten und auch Zin­sen über­wie­sen wor­den.

Der Senat hat­te die Revi­son gegen die Ent­schei­dung nicht zuge­las­sen. Auf die Nicht­zu­las­sung­be­scher­de wur­de die Revi­si­on jedoch vom BFH zuge­las­sen und das Beschwer­de­ver­fah­ren unter dem Az. VIII R 7/​09 als Revi­si­ons­ver­fah­ren fort­ge­führt.

Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 18. Dezem­ber 2007 – 13 K 3342/​05 F