Steu­er­split­ting für Lebens­part­ner­schaf­ten

Das Bun­des­ka­bi­nett hat ges­tern eine "For­mu­lie­rungs­hil­fe" für ein Gesetz beschlos­sen, dass die Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts zum Ehe­gat­ten­split­ting für ein­ge­tra­ge­ne Lebens­part­ner­schaf­ten [1] umset­zen soll.

Steu­er­split­ting für Lebens­part­ner­schaf­ten

Und da es die Regie­rungs­ko­ali­ti­on wegen des anste­hen­den Bun­des­tags­wahl­kampf jetzt eilig damit hat, wird kein Gesetz­ent­wurf in das Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren ein­ge­bracht (zu dem dann ja zunächst noch ein­mal der Bun­des­rat Stel­lung neh­men müss­te), son­dern man gibt den Koali­ti­ons­frak­tio­nen im Deut­schen Bun­des­tag eine "For­mu­lie­rungs­hil­fe" für eine Geset­zes­in­itia­ti­ve, die dann, da aus der Mit­te des Bun­des­ta­ges kom­mend, direkt im Bun­des­tag bera­ten wer­den kann.

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat in sei­nem Beschluss vom 7. Mai 2013 ent­schie­den, dass die Ungleich­be­hand­lung von Ver­hei­ra­te­ten und Lebens­part­nern in den §§ 26, 26b, 32a Absatz 5 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes zum Ehe­gat­ten­split­ting mit dem all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz des Art. 3 Absatz 1 GG nicht ver­ein­bar ist. Der Gesetz selbst beschränkt sich auf eine Umset­zung die­ser vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ange­ord­ne­ten Rege­lung, d.h. mit dem Gesetz, soll­te es so beschlos­sen wer­den, sind die ein­kom­men­steu­er­recht­li­chen Vor­schrif­ten zu Ehe­gat­ten und Ehen nach Maß­ga­be des Beschlus­ses des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts auch auf Lebens­part­ner und Lebens­part­ner­schaf­ten anzu­wen­den.

Hier­zu soll in § 2 EStG ein neu­er Absatz 8 ange­fügt wer­den:

"(8) Die Rege­lun­gen die­ses Geset­zes zu Ehe­gat­ten und Ehen sind auch auf Lebens­part­ner und Lebens­part­ner­schaf­ten anzu­wen­den."

Die vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ange­ord­ne­te Wir­kung für alle noch offe­ne Ver­an­la­gungs­fäl­le seit Ein­füh­rung der ein­ge­tra­ge­nen Lebens­part­ner­schaft im Jahr 2011 soll durch eine Über­gangs­re­ge­lung in § 52 EStG erfol­gen, in den ein neu­er Absatz 2a ein­ge­führt wer­den soll:

"(2a) § 2 Absatz 8 in der Fas­sung des Arti­kels 1 des Geset­zes vom … (BGBl. I S. …) ist in allen Fäl­len anzu­wen­den, in denen die Ein­kom­men­steu­er noch nicht bestands­kräf­tig fest­ge­setzt ist."

Lebens­part­ner neh­men damit zukünf­tig an der pau­scha­lie­ren­den Rege­lung des Split­ting-Ver­fah­rens teil. Unter­halts­auf­wen­dun­gen für den Lebens­part­ner, die Lebens­part­ne­rin müs­sen nicht mehr nach­ge­hal­ten und für den steu­er­li­chen Abzug im Ein­zel­nen nach­ge­wie­sen wer­den.

Die Bun­des­re­gie­rung berech­net die auf­grund die­ser Rege­lung ent­ste­hen­den Steu­er­min­der­ein­nah­men auf 175 Mio. € im lau­fen­den Jahr 2013, 40 Mio. € im nächs­ten Jahr 2014 und auf jeweils 65 – 70 Mio. € in den Fol­ge­jah­ren.

  1. BVerfg, Beschluss vom 07.05.2013 – 2 BvR 909/​06[]