Tank­aus­bau bei Grund­stücks­ver­äu­ße­rung

Wer­bungs­kos­ten im Sin­ne des § 9 Abs. 1 Satz 1 EStG sind nach § 9 Abs. 1 Satz 2 EStG bei der Ein­kunfts­art Ver­mie­tung und Ver­pach­tung abzu­zie­hen, wenn sie bei ihr erwach­sen, und das heißt, durch die sie ver­an­lasst sind 1. Dar­an fehlt es, soweit die Auf­wen­dun­gen ganz über­wie­gend durch die nicht steu­er­ba­re Ver­äu­ße­rung des Miet­wohn­ob­jekts ver­an­lasst sind 2.

Tank­aus­bau bei Grund­stücks­ver­äu­ße­rung

Nach die­sen Grund­sät­zen ist der die Auf­wen­dun­gen "aus­lö­sen­den Moment" im hier vom Bun­des­fi­nanz­hof ent­schie­de­nen Fall aus­schließ­lich im Ver­äu­ße­rungs­vor­gang zu sehen: Die Käu­fer hat­ten den Aus­bau des Öltanks auf der Grund­la­ge des Kauf­ver­trags expli­zit ver­langt. Ist damit ein Zusam­men­hang der gel­tend gemach­ten Auf­wen­dun­gen mit der Ver­mie­tung des Grund­stücks durch die nicht steu­er­ba­re Ver­äu­ße­rung unter­bro­chen, kann uner­ör­tert blei­ben, ob die­ser Zusam­men­hang –was nach dem fest­ge­stell­ten Sach­ver­halt nahe liegt (seit län­ge­rem kei­ne Nut­zung des Öltanks)– schon weit vor der Ver­äu­ße­rung des Grund­stücks ent­fal­len war.

Eine ande­re Wür­di­gung des Ver­an­las­sungs­zu­sam­men­hangs folgt auch nicht aus der neu­en Recht­spre­chung zur Abzieh­bar­keit von nach­träg­li­chen Schuld­zin­sen bei Ver­äu­ße­rung einer Betei­li­gung i.S. des § 17 EStG. Denn bei den nach­träg­li­chen Schuld­zin­sen war der ursprüng­li­che Ver­an­las­sungs­zu­sam­men­hang nicht unter­bro­chen, weil sie dazu dien­ten, einen steu­er­recht­lich erheb­li­chen Ver­äu­ße­rungs- oder Auf­ga­be­ver­lust zu finan­zie­ren 3. Im Gegen­satz dazu ste­hen die Auf­wen­dun­gen, um die es hier geht, in aus­schließ­li­chem Zusam­men­hang mit einer gemäß § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, § 22 Nr. 2 EStG steu­er­recht­lich uner­heb­li­chen Ver­äu­ße­rung und sind des­halb eben­falls steu­er­recht­lich uner­heb­lich, mit­hin nicht absetz­bar.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 24. Janu­ar 2012 – IX R 16/​11

  1. stän­di­ge Recht­spre­chung, vgl. z.B. BFH, Urteil vom 28.09.2010 – IX R 42/​09, BFHE 230, 567, BSt­Bl II 2011, 271[]
  2. stän­di­ge Recht­spre­chung, vgl. BFH, Urteil vom 31.07.2007 – IX R 51/​05, BFH/​NV 2008, 933, m.w.N.[]
  3. BFH, Urteil in BFHE 229, 151, BSt­Bl II 2010, 787 Rz 26[]