Trep­pen­lift im Gar­ten als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung

Eine stark geh­be­hin­der­te Frau kann die Kos­ten von ca. 63.000 € für den Ein­bau eines Trep­pen­schräg­lifts im Gar­ten als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung steu­er­lich gel­tend machen.

Trep­pen­lift im Gar­ten als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung

In dem jetzt vom Finanz­ge­richt Baden-Würt­tem­berg ent­schie­de­nen Fall ist die Klä­ge­rin ist auf­grund einer außer­ge­wöhn­li­chen Geh­be­hin­de­rung zu 90% schwer­be­hin­dert (Merk­zei­chen G und aG) und bewohnt seit ihrer Kind­heit ein Wohn­haus auf einem Hang­grund­stück mit Gar­ten. Das Finanz­amt erkann­te nur einen klei­nen Teil der Kos­ten an, der sich aber nach Abzug der nach dem indi­vi­du­el­len Ein­kom­men bemes­se­nen zumut­ba­ren Belas­tung steu­er­lich nicht aus­wirk­te.

Das Finanz­ge­richt Baden-Würt­tem­berg gab nun der Klä­ge­rin recht und erkann­te den vol­len Betrag nach Abzug der zumut­ba­ren Belas­tung an. Bei dem Trep­pen­schräg­lift han­de­le es sich um ein medi­zi­ni­sches Hilfs­mit­tel, des­sen Nut­zung durch die Klä­ge­rin für das Trep­pen­stei­gen ange­sichts ihrer außer­ge­wöhn­li­chen Geh­be­hin­de­rung unzwei­fel­haft erfor­der­lich sei.

Für das Finanz­ge­richt Baden-Würt­tem­berg ist es dabei unbe­acht­lich, dass der Lift nicht im Wohn­haus, son­dern im dazu­ge­hö­ri­gen Gar­ten ein­ge­baut wur­de. Die Nut­zung des Gar­tens ist nach Ansicht des Gerichts kein „ent­behr­li­cher Luxus“, son­dern „sozi­al­ad­äquat“. Man kön­ne von der Klä­ge­rin weder ver­lan­gen, von dem seit ihrer Kind­heit bewohn­ten Hang­grund­stück weg­zu­zie­hen, noch den Gar­ten nicht mehr zu nut­zen.

Finanz­ge­richt Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 6. April 2011 – 4 K 2647/​08