Trink­gel­der im Kon­zern­ver­bund

Die mit dem Gesetz zur Frei­stel­lung von Arbeit­neh­mer­trink­gel­dern im Jahr 2002 ein­ge­führ­te betrags­mä­ßig unbe­grenz­te Steu­er­frei­heit von Trink­gel­dern gab dem Bun­des­fi­nanz­hof jetzt Anlass, sei­ne Recht­spre­chungs­grund­sät­ze zur Abgren­zung zwi­schen steu­er­pflich­ti­gem Arbeits­ent­gelt und steu­er­frei­em Trink­geld fort­zu­schrei­ben. Dabei ent­schied er in einem von meh­re­ren des­we­gen anhän­gi­gen Revi­si­ons­ver­fah­ren dass eine Son­der­zah­lung in Höhe von zwei Monats­ge­häl­tern, die eine Kon­zern­mut­ter nach der Ver­äu­ße­rung ihrer Toch­ter­ge­sell­schaft an die Arbeit­neh­mer der Toch­ter­ge­sell­schaft geleis­tet hat­te, kein steu­er­frei­es Trink­geld nach § 3 Nr. 51 EStG ist.

Trink­gel­der im Kon­zern­ver­bund

Der BFH qua­li­fi­zier­te Trink­geld – dem all­ge­mei­nen Sprach­ge­brauch fol­gend – als eine dem Arbeit­neh­mer vom Kun­den oder Gast gewähr­te zusätz­li­che Ver­gü­tung, die als frei­wil­li­ge und typi­scher­wei­se per­sön­li­che Zuwen­dung eine Art hono­rie­ren­de Aner­ken­nung dar­stel­le. Der Trink­geld­emp­fän­ger ste­he in einer dop­pel­ten Leis­tungs­be­zie­hung und erhal­te kor­re­spon­die­rend dazu auch dop­pel­tes Ent­gelt, näm­lich das Arbeits­ent­gelt für die dem Arbeit­ge­ber erbrach­te Arbeits­leis­tung und das Trink­geld als Ent­gelt für eine anläss­lich die­ser Arbeit zusätz­lich erbrach­te und vom Kun­den hono­rier­te Leis­tung.

In Anwen­dung die­ser Grund­sät­ze sah der BFH im Streit­fall in der Son­der­zah­lung kein steu­er­frei­es Trink­geld. Denn zwi­schen der Kon­zern­mut­ter­ge­sell­schaft und den Arbeit­neh­mern der Toch­ter­ge­sell­schaft bestand kein sol­ches gast- oder kun­den­ähn­li­ches Rechts­ver­hält­nis, bei dem der Klä­ger des Revi­si­ons­ver­fah­rens als Arbeit­neh­mer gegen­über der Kon­zern­mut­ter­ge­sell­schaft zugleich in einer Wei­se tätig gewor­den war, die deren Son­der­zah­lung zu einer Art hono­rie­ren­der Aner­ken­nung machen könn­te.

Frei­wil­li­ge Son­der­zah­lun­gen an Arbeit­neh­mer eines kon­zern­ver­bun­de­nen Unter­neh­mens sind kei­ne steu­er­frei­en Trink­gel­der i.S. des § 3 Nr. 51 EStG.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 3. Mai 2007 – VI R 37/​05