Ver­fall einer Opti­on ist kein pri­va­tes Ver­äu­ße­rungs­ge­schäft

Lässt der Inha­ber einer erwor­be­nen Kauf­op­ti­on die­se ver­fal­len, ist der Tat­be­stand eines pri­va­ten Ver­äu­ße­rungs­ge­schäf­tes i.S. des § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes nicht erfüllt. Dies hat der Bun­des­fi­nanz­hof jetzt für das Jahr 2000 ent­schie­den.

Ver­fall einer Opti­on ist kein pri­va­tes Ver­äu­ße­rungs­ge­schäft

Im Streit­fall hat­te der Erwer­ber einer Kauf­op­ti­on die Auf­wen­dun­gen für die Anschaf­fung des Opti­ons­rechts als ver­geb­li­che Wer­bungs­kos­ten gel­tend gemacht, nach­dem er die Opti­on hat­te ver­fal­len las­sen. Der BFH hat die Auf­fas­sung des beklag­ten Finanz­am­tes bestä­tigt, dass die­se Auf­wen­dun­gen steu­er­recht­lich nicht zu berück­sich­ti­gen sind:

Nach § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 EStG sind Ter­min­ge­schäf­te (nur) sol­che, durch die der Steu­er­pflich­ti­ge einen Dif­fe­renz­aus­gleich oder einen durch den Wert einer ver­än­der­li­chen Bezugs­grö­ße bestimm­ten Geld­be­trag oder Vor­teil erlangt, sofern der Zeit­raum zwi­schen Erwerb und Been­di­gung des Rechts auf einen Dif­fe­renz­aus­gleich, Geld­be­trag oder Vor­teil nicht mehr als ein Jahr beträgt; als Ter­min­ge­schäf­te gel­ten u.a. auch Opti­ons­ge­schäf­te. Ent­spre­chend sind die Vor­aus­set­zun­gen der Vor­schrift nur erfüllt, wenn der Opti­ons­in­ha­ber durch die Been­di­gung des Rechts auf Dif­fe­renz­aus­gleich auch tat­säch­lich einen Dif­fe­renz­aus­gleich erlangt, d.h. das Basis­ge­schäft durch­führt. Dar­an fehl­te es im ent­schie­de­nen Fall, denn der Steu­er­pflich­ti­ge mach­te als Opti­ons­in­ha­ber von sei­nem Recht auf Dif­fe­renz­aus­gleich kei­nen Gebrauch und ließ die erwor­be­nen Kauf­op­tio­nen ver­fal­len.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 19. Dezem­ber 2007 – IX R 11/​06