Ver­mie­tung eines teil­wei­se selbst­be­wohn­ten Hau­ses – und der Schuld­zin­sen­ab­zug

Nimmt ein Mit­ei­gen­tü­mer eines teil­wei­se selbst­be­wohn­ten Hau­ses ein Dar­le­hen auf, um die Antei­le eines Mit­ei­gen­tü­mers bei des­sen Aus­zug zu erwer­ben und die von die­sem zuvor genutz­ten Räu­me zu ver­mie­ten, so kann er die Schuld­zin­sen nur antei­lig als Wer­bungs­kos­ten gel­tend machen.

Ver­mie­tung eines teil­wei­se selbst­be­wohn­ten Hau­ses – und der Schuld­zin­sen­ab­zug

Nach § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 EStG sind Schuld­zin­sen (und sons­ti­ge Kre­dit­kos­ten) als Wer­bungs­kos­ten abzieh­bar, soweit sie mit einer bestimm­ten Ein­kunfts­art in wirt­schaft­li­chem Zusam­men­hang ste­hen. Ein sol­cher wirt­schaft­li­cher Zusam­men­hang ist dann gege­ben, wenn die Schuld­zin­sen für eine Ver­bind­lich­keit geleis­tet wor­den sind, die durch die Ein­künf­te­er­zie­lung ver­an­lasst ist. Die­se Vor­aus­set­zung ist erfüllt, wenn und soweit das Dar­le­hen tat­säch­lich zum Erzie­len von Ein­künf­ten – im vor­lie­gen­den Fal­le von sol­chen aus Ver­mie­tung und Ver­pach­tung – ver­wen­det wor­den ist 1.

Dient ein Gebäu­de – wie hier – nicht nur dem Erzie­len von Ein­künf­ten aus Ver­mie­tung und Ver­pach­tung, son­dern auch der Selbst­nut­zung und wer­den die Dar­le­hens­mit­tel ledig­lich teil­wei­se zur Ein­künf­te­er­zie­lung ver­wandt, so sind die für den Kre­dit ent­rich­te­ten Zin­sen nur antei­lig als Wer­bungs­kos­ten abzieh­bar. In vol­lem Umfang sind sie nur dann zu berück­sich­ti­gen, wenn der Steu­er­pflich­ti­ge ein Dar­le­hen mit steu­er­recht­li­cher Wir­kung gezielt einem bestimm­ten, der Ein­künf­te­er­zie­lung die­nen­den Gebäu­de­teil zuord­net, indem er mit den als Dar­le­hen emp­fan­ge­nen Mit­teln tat­säch­lich die Auf­wen­dun­gen begleicht, die der Anschaf­fung oder Her­stel­lung die­ses Gebäu­de­teils kon­kret zuzu­rech­nen sind 2.

Ein Wer­bungs­kos­ten­ab­zug setzt des­halb zunächst vor­aus, dass die Anschaf­fungs­kos­ten den eigen­stän­di­ge Wirt­schafts­gü­ter bil­den­den Gebäu­de­tei­len, z.B. der selbst­ge­nutz­te und der ver­mie­te­te Gebäu­de­teil, zuge­ord­net wer­den. So ver­hält es sich, wenn der Steu­er­pflich­ti­ge den zivil­recht­lich ein­heit­li­chen Kauf­preis sowie die Anschaf­fungs­ne­ben­kos­ten auf den selbst­ge­nutz­ten und den ver­mie­te­ten Gebäu­de­teil auf­teilt. Soweit der Steu­er­pflich­ti­ge kei­ne nach außen hin erkenn­ba­re Zuord­nungs­ent­schei­dung trifft, sind die Anschaf­fungs­kos­ten antei­lig zuzu­ord­nen. Maß­stab hier­für ist das Ver­hält­nis der selbst­ge­nutz­ten Wohn-/Nutz­flä­chen des Gebäu­des zu denen, die der Ein­künf­te­er­zie­lungs­ab­sicht die­nen 2.

Finanz­ge­richt Ham­burg, Urteil vom 25. Sep­tem­ber 2014 – 2 K 28/​14

  1. z.B. BFH, Beschlüs­se vom 04.07.1990 – GrS 2 – 3/​88, BSt­Bl II 1990, 817; und vom 08.12 1997 – GrS 1-2/​95, BSt­Bl II 1998, 193; BFH, Urteil vom 09.07.2002 – IX R 65/​00, BSt­Bl II 2003, 389[]
  2. vgl. BFH, Urtei­le vom 09.07.2002 – IX R 65/​00, BSt­Bl II 2003, 389; vom 24.06.2008 – IX R 26/​06 BFH/​NV 2008, 1482; vom 01.04.2009 – IX R 35/​08, BSt­Bl II 2009, 663[][]