Ver­sor­gungs­aus­gleich, Aus­gleichs­zah­lun­gen – und die außer­ge­wöhn­li­chen Belas­tun­gen

Zah­lun­gen, die ein zum Ver­sor­gungs­aus­gleich ver­pflich­te­ter Ehe­gat­ten vor Inkraft­tre­ten des Alt­Ein­kG in Zusam­men­hang mit einer betrieb­li­chen Alters­ver­sor­gung erbringt, stel­len kei­ne Wer­bungs­kos­ten oder außer­ge­wöhn­li­chen Belas­tun­gen dar.

Ver­sor­gungs­aus­gleich, Aus­gleichs­zah­lun­gen – und die außer­ge­wöhn­li­chen Belas­tun­gen

Seit der gesetz­li­chen Neu­re­ge­lung des Ver­sor­gungs­aus­gleichs im Gesetz zur Struk­tur­re­form des Ver­sor­gungs­aus­gleichs 1 mit Wir­kung ab dem 1.09.2009 wer­den Ver­sor­gungs­an­wart­schaf­ten grund­sätz­lich sys­tem­in­tern geteilt (vgl. §§ 10 ff. des Geset­zes über den Ver­sor­gungs­aus­gleich ‑VersAus­glG-). Dies gilt auch für Betriebs­ren­ten (§ 12 VersAus­glG). Eine exter­ne Tei­lung der Anrech­te durch das Fami­li­en­ge­richt sieht das Gesetz nur aus­nahms­wei­se vor und zur Begrün­dung von Ren­ten­an­wart­schaf­ten durch Bei­trags­zah­lun­gen kön­nen Gerich­te den Aus­gleichs­ver­pflich­te­ten nicht mehr ver­ur­tei­len. Ver­ein­ba­ren dies die Ehe­gat­ten im Rah­men des Ver­sor­gungs­aus­gleichs, kön­nen sie berück­sich­ti­gen, dass Abfin­dungs­zah­lun­gen beim Zah­lungs­pflich­ti­gen steu­er­lich nicht abzieh­bar sind 2. Im Übri­gen ist § 1587o BGB mit Wir­kung zum 1.09.2009 außer Kraft getre­ten.

Ein Wer­bungs­kos­ten­ab­zug schei­det schon des­halb aus, weil der Gesetz­ge­ber Bei­trä­ge der Steu­er­pflich­ti­gen zur Alters­ver­sor­gung vor und nach Inkraft­tre­ten des Alters­ein­künf­te­ge­set­zes (Alt­Ein­kG) den Son­der­aus­ga­ben zuge­wie­sen hat. Die Alters­vor­sor­ge­auf­wen­dun­gen sind nach der Bun­des­fi­nanz­hofs­recht­spre­chung zwar jeden­falls seit der Neu­re­ge­lung durch das Alt­Ein­kG ihrer Rechts­na­tur nach Wer­bungs­kos­ten; den­noch konn­te der Gesetz­ge­ber die­se Vor­sor­ge­auf­wen­dun­gen kon­sti­tu­tiv den Son­der­aus­ga­ben und nicht den Wer­bungs­kos­ten zuwei­sen 3. Wenn schon nach Inkraft­tre­ten des Alt­Ein­kG ein Wer­bungs­kos­ten­ab­zug von Alters­vor­sor­ge­auf­wen­dun­gen ‑und um sol­che han­delt es sich auch bei den Zah­lun­gen des (Ex-)Ehegatten an die Lan­des­ver­si­che­rungs­an­stalt- nicht in Betracht kommt, kann für die Streit­jah­re nichts ande­res gel­ten.

Ein Abzug als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung kam eben­falls nicht in Betracht. Schon weil der Gesetz­ge­ber Vor­sor­ge­auf­wen­dun­gen in den Streit­jah­ren nur beschränkt zum Abzug zuge­las­sen hat, schei­det die Gel­tend­ma­chung des über­schie­ßen­den Betrags als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung aus.

Bleibt also nur – inner­halb des gesetz­lich vor­ge­se­he­nen Höchst­be­tra­ges – ein Son­der­aus­ga­ben­ab­zug von Vor­sor­ge­auf­wen­dun­gen nach § 10 Abs. 3 EStG 2002 4.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 5. Novem­ber 2014 – X B 223/​13

  1. BGBl I 2009, 700[]
  2. vgl. BFH, Urteil in BFH/​NV 2010, 1807[]
  3. vgl. z.B. BFH, Urteil vom 18.04.2012 – X R 62/​09, BFHE 237, 434, BSt­Bl II 2012, 721[]
  4. vgl. auch BVerfG, Urteil vom 06.03.2002 2 BvL 17/​99, BVerfGE 105, 73, BSt­Bl II 2002, 618, Nr. 2 des Tenors[]