Wer­bungs­kos­ten beim Poli­zis­ten-Dienst­sport

Fahrt­kos­ten, die einem Poli­zis­ten durch Fahr­ten zur dienst­lich ver­ord­ne­ten Sport­aus­übung ent­ste­hen, sind nach einem Urteil des Finanz­ge­richts Ber­lin-Bran­den­burg jeden­falls dann als Wer­bungs­kos­ten abzugs­fä­hig, wenn der Sport auf Poli­zei­sport­an­la­gen aus­zu­füh­ren ist und sich auf sol­che Sport­ar­ten beschränkt, die typi­scher­wei­se nicht Inhalt des Frei­zeit­spor­tes sind.

Wer­bungs­kos­ten beim Poli­zis­ten-Dienst­sport

Im ent­schie­de­nen Fall hat­te der Klä­ger rund 130 Stun­den Dienst­sport im Jahr betrie­ben und dafür die Kos­ten für 64 Fahr­ten zu einer Poli­zei­sport­an­la­ge als Wer­bungs­kos­ten gel­tend gemacht. Das Finanz­amt hat­te die­se Kos­ten nicht aner­kannt, weil es Sport, in wel­cher Form auch immer, für einen Teil der pri­va­ten Lebens­füh­rung hielt und eine beruf­li­che Ver­an­las­sung für die Ent­ste­hung der Kos­ten des­halb ver­nein­te. Dem wider­sprach nun das Finanz­ge­richt. Es stell­te dabei dar­auf ab, dass der Klä­ger nicht frei­zeit­ty­pi­sche Sport­ar­ten wie Ten­nis oder Ski­sport betrie­ben hat­te, son­dern sol­che, die einen direk­ten Bezug zu sei­ner beruf­li­chen Tätig­keit hat­ten, näm­lich Selbst­ver­tei­di­gung, Schwim­men, Ret­ten und Kon­di­ti­ons­för­de­rung. Zudem war der Klä­ger durch eine Dienst­an­wei­sung sei­nes Dienst­her­ren zur Aus­übung von min­des­tens 40 Stun­den Dienst­sport im Jahr ver­pflich­tet und hat­te die­sen auch vor­ran­gig wäh­rend sei­ner Dienst­zeit aus­zu­üben. Damit stell­te sich die sport­li­che Betä­ti­gung des Klä­gers für das Gericht als aus­schließ­lich beruf­lich ver­an­lass­te Tätig­keit dar, so dass die damit ver­bun­de­nen Kos­ten als Wer­bungs­kos­ten anzu­er­ken­nen waren.

Finanz­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Urteil vom 10. Janu­ar 2008 – 6 K 993/​05