Wer­bungs­kos­ten für den Jagd­schein

Der Erwerb eines Jagd­scheins ist nur dann beruf­lich ver­an­lasst, wenn die­ser unmit­tel­ba­re Vor­aus­set­zung für die Berufs­aus­übung ist. Bei einer Land­schafts­öko­lo­gin ist das nicht der Fall.

Wer­bungs­kos­ten für den Jagd­schein

So hat das Finanz­ge­richt Müns­ter in dem hier vor­lie­gen­den Fall ent­schie­den, und die Auf­wen­dun­gen für eine Jäger­prü­fung nicht als Wer­bungs­kos­ten einer ange­stell­ten Land­schafts­öko­lo­gin aner­kannt. Im Streit­jahr leg­te die Land­schafts­öko­lo­gin die Jäger­prü­fung ab. Die Auf­wen­dun­gen für den Erwerb des Jagd­scheins in Höhe von knapp 3.000 EUR mach­te sie in ihrer Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung als Wer­bungs­kos­ten gel­tend. Hier­zu leg­te die Klä­ge­rin eine Beschei­ni­gung ihres Arbeit­ge­bers vor, wonach es sich bei der Jäger­prü­fung um eine beruf­lich ver­an­lass­te Zusatz­qua­li­fi­zie­rung han­de­le und die Klä­ge­rin im Rah­men ihrer Tätig­keit u.a. einen fau­nis­ti­schen Spür­hund ein­set­ze.

Vom Finanz­amt wur­den die Auf­wen­dun­gen nicht berück­sich­tigt. Hier­ge­gen trug die Klä­ge­rin vor, dass die Jäger­prü­fung ihr für den Beruf not­wen­di­ges Wis­sen über Wild­tie­re und deren Lebens­räu­me ver­mit­telt habe. Dar­über hin­aus sei der Jagd­schein für die Arbeit mit dem fau­nis­ti­schen Spür­hund erfor­der­lich. Pri­vat besit­ze sie weder eine Waf­fe noch eine Jagd­pacht.

In sei­ner Ent­schei­dung hat das Finanz­ge­richt Müns­ter aus­ge­führt, dass der Erwerb eines Jagd­scheins – eben­so wie der Erwerb eines Füh­rer­scheins für Kraft­fahr­zeu­ge – nur dann beruf­lich ver­an­lasst sei, wenn die­ser unmit­tel­ba­re Vor­aus­set­zung für die Berufs­aus­übung sei. Dies sei bei der Klä­ge­rin nicht der Fall, da sie als Land­schafts­öko­lo­gin im Rah­men ihrer Berufs­tä­tig­keit nicht an Jag­den teil­neh­me und auch kei­ne Jagd­waf­fe mit sich füh­re.

Eine Berück­sich­ti­gung als vor­weg­ge­nom­me­ne Wer­bungs­kos­ten kom­me eben­falls nicht in Betracht, da die Klä­ge­rin nicht dar­ge­legt und nach­ge­wie­sen habe, dass sie eine beruf­li­che Ver­än­de­rung anstre­be. Die erwor­be­nen Kennt­nis­se sei­en typi­scher­wei­se nicht nur im beruf­li­chen, son­dern auch im pri­va­ten Bereich nutz­bar. Dies gel­te unab­hän­gig davon, dass die Klä­ge­rin der­zeit pri­vat nicht der Jagd nach­ge­he. Man­gels objek­ti­ven Aus­bil­dungs­maß­stabs kom­me auch eine Auf­tei­lung der Kos­ten nicht in Betracht.

Da die Auf­wen­dun­gen für die Jäger­prü­fung nicht beruf­lich ver­an­lasst gewe­sen sei­en, hat das Finanz­ge­richt Müns­ter die Kla­ge abge­wie­sen.

Finanz­ge­richt Müns­ter, Urteil vom 20. Dezem­ber 2018 – 5 K 2031/​18 E