Wie­der­ho­lung eines Ver­wal­tungs­akts

Wird Kin­der­geld mit dem Hin­weis auf einen bereits bestands­kräf­ti­gen Bescheid abge­lehnt, han­delt es sich um eine wie­der­ho­len­de Ver­fü­gung ohne eige­nen Rege­lungs­ge­halt, auch wenn sie in Form eines Ver­wal­tungs­akts ergeht und mit einer Rechts­mit­tel­be­leh­rung ver­se­hen ist.

Wie­der­ho­lung eines Ver­wal­tungs­akts

Bei einem sol­chen Bescheid han­delt es sich um eine wie­der­ho­len­de Ver­fü­gung, die kei­ne neue Rege­lung mit unmit­tel­ba­rer Rechts­er­heb­lich­keit trifft.

Wird ein bean­trag­ter, begüns­ti­gen­der Ver­wal­tungs­akt abge­lehnt und wird eine erneu­te Sach­prü­fung und Ent­schei­dung unter Hin­weis auf den bestands­kräf­ti­gen Bescheid abge­lehnt, ist die Ableh­nung eine blo­ße „wie­der­ho­len­de Ver­fü­gung“ [1].

Dies gilt selbst dann, wenn die wie­der­ho­len­de Ver­fü­gung die Form eines Ver­wal­tungs­akts hat und mit einer Rechts­be­helfs­be­leh­rung ver­se­hen ist [2]. Inso­weit kann einer wie­der­ho­len­den Ver­fü­gung auch kei­ne mate­ri­el­le Bestands­kraft zuge­wie­sen wer­den, mit der Fol­ge, dass die­ser „Bescheid“ kei­ne Bin­dungs­wir­kung für den betrof­fe­nen Streit­zeit­raum hat.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 12. März 2015 – III R 14/​14

  1. Söhn in HHSp, § 118 AO Rz 171; Seer in Tipke/​Kruse, Abga­ben­ord­nung, Finanz­ge­richts­ord­nung, § 118 AO Rz 17[]
  2. BFH, Beschluss vom 20.07.2012 – VI B 21/​12, BFH/​NV 2012, 1764[]