Zeit­li­che Bin­dungs­wir­kung der Auf­he­bung einer Kin­der­geld­fest­set­zung

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs bin­det die Ableh­nung oder Auf­he­bung der Kin­der­geld­fest­set­zung nur bis zum Ende des Monats der Bekannt­ga­be des Beschei­des bzw. der Ein­spruchs­ent­schei­dung [1].

Zeit­li­che Bin­dungs­wir­kung der Auf­he­bung einer Kin­der­geld­fest­set­zung

Dar­aus ergibt sich zugleich, dass sich eine gegen einen Auf­he­bungs­be­scheid gerich­te­te Kla­ge in der Haupt­sa­che erle­digt, wenn wäh­rend des finanz­ge­richt­li­chen Ver­fah­rens der Auf­he­bungs­be­scheid auf­ge­ho­ben und Kin­der­geld bis zu dem Monat der Ein­spruchs­ent­schei­dung bewil­ligt wird [2].

Bringt der Berech­tig­te –wie im Streit­fall– im finanz­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren zum Aus­druck, auch Kin­der­geld für einen nach Bekannt­ga­be der Ein­spruchs­ent­schei­dung lie­gen­den Zeit­raum erhal­ten zu wol­len, ist zur Wah­rung der Rech­te des Kin­der­geld­be­rech­tig­ten aus­nahms­wei­se davon aus­zu­ge­hen, dass ein –außer-halb des Kla­ge­ver­fah­rens lie­gen­der– Antrag auf Kin­der­geld vor­liegt [3].

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 5. Juli 2012 – V R 58/​10

  1. vgl. z.B. BFH, Beschluss vom 02.11.2011 – III B 48/​11, BFH/​NV 2012, 265, m.w.N.; Urteil vom 04.08.2011 – III R 71/​10, BFHE 235, 203, m.w.N.[]
  2. vgl. BFH, Beschluss vom 19.12.2008 – III B 163/​07, BFH/​NV 2009, 578[]
  3. BFH, Urteil vom 22.12.2011 – III R 41/​07, BFHE 236, 144[]