Zin­sen aus Lebens­ver­si­che­run­gen bei Alt­dar­lehn

Dient ein Dar­le­hen, zu des­sen Besi­che­rung Ansprü­che aus Kapi­tal­le­bens­ver­si­che­run­gen ein­ge­setzt wer­den, nicht dazu, unmit­tel­bar und aus­schließ­lich Anschaf­fungs- oder Her­stel­lungs­kos­ten eines Wirt­schafts­guts zu finan­zie­ren, son­dern um ein bereits frü­her auf­ge­nom­me­nes Dar­le­hen umzu­schul­den, so ist das nach einem aktu­el­len Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs unschäd­lich im Sin­ne des § 10 Abs. 2 Satz 2 Buchst. a EStG, wenn der Steu­er­pflich­ti­ge unter ande­rem nach­wei­sen kann, dass die Dar­le­hens­schuld bis zum 13. Febru­ar 1992 bereits ent­stan­den war.

Zin­sen aus Lebens­ver­si­che­run­gen bei Alt­dar­lehn

Hat das "Alt­dar­le­hen" der Finan­zie­rung der Anschaf­fungs­kos­ten eines Wirt­schafts­guts gedient, so dient wirt­schaft­lich gese­hen auch das umge­schul­de­te "neue" Dar­le­hen (noch immer) der Finan­zie­rung die­ser Anschaf­fungs­kos­ten. Konn­ten die Lebens­ver­si­che­rungs­an­sprü­che daher zur Siche­rung des "Alt­dar­le­hens" steue­run­schäd­lich ein­ge­setzt wer­den, ist nach dem Zweck der Rege­lung auch die Umschul­dung und der dafür wie­der­um erfor­der­li­che Ein­satz der Ansprü­che aus dem Lebens­ver­si­che­rungs­ver­trag steue­run­schäd­lich.

Die sich im Rah­men des Übli­chen hal­ten­de Finan­zie­rung, die auch ein bank­üb­li­ches Dis­agio umfas­sen kann, ist steue­run­schäd­lich, weil das Dar­le­hen ledig­lich der Finan­zie­rung der Anschaf­fungs- oder Her­stel­lungs­kos­ten die­nen muss, nicht aber unmit­tel­bar der Anschaf­fung selbst.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 19. Janu­ar 2010 – VIII R 40/​06