Zusam­men­ver­an­la­gung – und der Ände­rungs­be­scheid nach dem Tod eines Ehe­gat­ten

Wer­den Ehe­gat­ten zusam­men ver­an­lagt, kann ie Steu­er­schuld, die sie als Gesamt­schuld­ner nach § 44 Abs. 1 AO trifft, ihnen gegen­über in einem zusam­men­ge­fass­ten Bescheid nach § 155 Abs. 3 Satz 1 AO gel­tend gemacht wer­den. Die­ser bzw. auch Ände­rungs­be­schei­de kön­nen nach dem Tod eines der Ehe­gat­ten gegen­über dem über­le­ben­den Ehe­gat­ten und dem Erben des ver­stor­be­nen Ehe­gat­ten erlas­sen wer­den.

Zusam­men­ver­an­la­gung – und der Ände­rungs­be­scheid nach dem Tod eines Ehe­gat­ten

Da ein in Form des § 155 Abs. 3 AO ergan­ge­ner Zusam­men­ver­an­la­gungs­be­scheid zwei inhalt­lich und ver­fah­rens­recht­lich selb­stän­di­ge, nur der äuße­ren Form nach zusam­men­ge­fass­te Ver­wal­tungs­ak­te ent­hält, die (wei­ter­hin) ein unter­schied­li­ches (verfahrens-)rechtliches Schick­sal haben kön­nen 1, genügt es den Bestimmt­heits­an­for­de­run­gen der §§ 119 Abs. 1, 157 Abs. 1 Satz 2 AO, wenn der Bescheid, der an den über­le­ben­den Ehe­gat­ten gerich­tet ist, auch an ihn adres­siert ist.

Es ist uner­heb­lich, soweit die Steu­er­fest­set­zung des über­le­ben­den Ehe­gat­ten betrof­fen ist, ob der ande­re Ehe­gat­te, des­sen Name eben­falls ver­wen­det wird, noch lebt oder nicht 2.

Ohne Bedeu­tung für die Steu­er­fest­set­zung gegen­über der über­le­ben­den Ehe­frau ist dann auch, ob der gegen den ver­stor­be­nen Ehe­gat­ten gerich­te­te Ände­rungs­be­scheid wirk­sam bekannt­ge­ge­ben wur­de oder gar als nich­tig anzu­se­hen ist.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 4. März 2015 – X B 39/​14

  1. vgl. nur BFH, Urteil vom 24.04.1986 – IV R 82/​84, BFHE 146, 358, BSt­Bl II 1986, 545, unter II. 1.a bb[]
  2. so auch BFH, Beschluss vom 29.07.1998 – II R 64/​95, BFH/​NV 1998, 1455[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 05.06.2013, Az.: XII ZB 635/​12[]

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