Zusatz­ver­sor­gung der Schorn­stein­fe­ger

Nach einem Urteil des Finanz­ge­richts Müns­ter stel­len Bei­trä­ge eines Bezirks­schorn­stein­fe­ger­meis­ters zur Ver­sor­gungs­an­stalt der deut­schen Bezirks­schorn­stein­fe­ger­meis­ter für Jah­re ab 2005 kei­ne steu­er­lich pri­vi­le­gier­ten Basis­vor­sor­ge­auf­wen­dun­gen im Sin­ne des § 10 Abs. 1 Nr. 2 EStG dar, sie sind daher ledig­lich in begrenz­tem Umfang steu­er­lich abzieh­bar.

Zusatz­ver­sor­gung der Schorn­stein­fe­ger

Der Klä­ger war selb­stän­di­ger Bezirks­schorn­stein­fe­ger­meis­ter und als sol­cher – neben sei­ner Mit­glied­schaft in der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung – Pflicht­mit­glied in der Ver­sor­gungs­an­stalt der deut­schen Bezirks­schorn­stein­fe­ger­meis­ter, einer Zusatz­ver­sor­gungs­kas­se. Für die Bei­trags­zah­lun­gen an die Ver­sor­gungs­an­stalt bean­spruch­te der Klä­ger für die Streit­jah­re 2005 bis 2007 den Son­der­aus­ga­ben­ab­zug für steu­er­lich pri­vi­le­gier­te Basis­vor­sor­ge­auf­wen­dun­gen.

Das Finanz­ge­richt Müns­ter folg­te dage­gen dem beklag­ten Finanz­amt, das die Zah­lun­gen – steu­er­lich wegen gerin­ge­rer Höchst­be­trä­ge ungüns­ti­ger – ledig­lich als sons­ti­ge Vor­sor­ge­auf­wen­dun­gen berück­sich­tig­te (§ 10 Abs. 1 Nr. 3 Buchst. b EStG). Die Ver­sor­gungs­an­stalt sei kei­ne inso­weit gesetz­lich begüns­tig­te berufs­stän­di­sche Ver­sor­gungs­ein­rich­tung, da sie – anders als die Ver­sor­gungs­kas­sen der frei­en Beru­fe (z.B. Ärz­te, Rechts­an­wäl­te, etc.) – kein alter­na­ti­ves Ver­sor­gungs­sys­tem zur gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung anbie­te, son­dern die dar­aus bestehen­den Ansprü­che ledig­lich auf­sto­cke bzw. ergän­ze. Auch sei­en die Zah­lun­gen im Hin­blick auf die öffent­lich-recht­li­che und zudem umla­ge­fi­nan­zier­te Aus­ge­stal­tung des Zusatz­ver­sor­gungs­sys­tems nicht als pri­va­te Basis­vor­sor­ge­auf­wen­dun­gen gemäß § 10 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. b EStG abzugs­fä­hig. Die Zuord­nung der Bei­trags­leis­tun­gen zu den sons­ti­gen Vor­sor­ge­auf­wen­dun­gen i.S. des § 10 Abs. 1 Nr. 3 EStG, die durch die Neu­re­ge­lun­gen des Alters­ein­künf­te­ge­set­zes in den Streit­jah­ren nur noch mit einem maxi­ma­len Höchst­be­trag von 2.400 € als Son­der­aus­ga­ben abzugs­fä­hig waren, ver­sto­ße nicht gegen den Gleich­be­hand­lungs­grund­satz aus Art. 3 Abs. 1 GG.

Finanz­ge­richt Müns­ter, Urteil vom 28. Mai 2010 – 4 K 420/​09 E (nicht rechts­kräf­tig – Revi­si­on zuge­las­sen)