Zustän­dig­keit für Ände­run­gen von Kir­chen­steu­er­fest­set­zun­gen in Nord­rhein-West­fa­len

Das Finanz­amt ist in Nord­rhein-West­fa­len die für Ände­run­gen der Kir­chen­steu­er­fest­set­zun­gen zustän­di­ge Stel­le. Die Fest­set­zung der evan­ge­li­schen Kir­chen­steu­ern gehört zu den im Rah­men des § 9 KiStG NW den Finanz­äm­tern über­tra­ge­nen Auf­ga­ben.

Zustän­dig­keit für Ände­run­gen von Kir­chen­steu­er­fest­set­zun­gen in Nord­rhein-West­fa­len

Die Ent­schei­dung über die ange­streb­ten Ände­run­gen der in Bestands­kraft erwach­se­nen Kir­chen­steu­er­fest­set­zun­gen nach § 165 Abs. 2 Satz 1 AO bzw. § 175 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 oder Nr. 2 AO gehört zum Fest­set­zungs­ver­fah­ren. Es han­delt sich bei den dies­be­züg­li­chen Anträ­gen nicht um Ein­sprü­che gegen die Her­an­zie­hung zur Kir­chen­steu­er im Sin­ne von § 14 Abs. 1 KiStG NW, für die gemäß § 14 Abs. 2 KiStG NW die in der Steuer­ord­nung der jewei­li­gen Kir­che bestimm­te Stel­le zustän­dig ist, auch soweit es um Ein­wen­dun­gen gegen die Berech­nung der für die Kir­chen­steu­er maß­geb­li­chen „fik­ti­ven“ Ein­kom­men­steu­er nach § 51a Abs. 2 EStG 2002 geht [1].

Ist das Finanz­amt mit­hin zur Ent­schei­dung über die Ände­rungs­an­trä­ge befugt, ist es auch die­je­ni­ge Stel­le, die über die Ein­sprü­che gegen die Ableh­nung der Ände­run­gen zu ent­schei­den hat; auch inso­weit han­delt es sich nicht um Ein­sprü­che gegen die Her­an­zie­hung zur Kir­chen­steu­er im Sin­ne von § 14 Abs. 1 KiStG NW. Folg­lich ist das Finanz­amt „rich­ti­ger“ Beklag­ter der streit­ge­gen­ständ­li­chen Ver­pflich­tungs­kla­ge und fehlt es ihm nicht an der pas­si­ven Pro­zess­füh­rungs­be­fug­nis.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 15. Novem­ber 2011 – I R 29/​11

  1. dazu BFH, Beschluss in BFHE 221, 288, BStBl II 2011, 40[]