Die gewerb­li­che Tätig­keit der Natio­nal­spie­ler

Ein Fuß­ball­na­tio­nal­spie­ler, der an Pro­mo­ti­on-Maß­nah­men des DFB teil­nimmt, ist nach einem aktu­el­len urteil des Finanz­ge­richts Müns­ter inso­weit gewerb­lich tätig mit der Fol­ge, dass die hier­aus erziel­ten Ein­künf­te der Gewer­be­steu­er unter­lie­gen.

Die gewerb­li­che Tätig­keit der Natio­nal­spie­ler

Der Klä­ger war als Pro­fi­fuß­bal­ler bei einem Bun­des­li­ga­ver­ein unter Ver­trag. Als Mit­glied der deut­schen Natio­nal­mann­schaft nahm er im Zusam­men­hang mit der WM 2002 an Pro­mo­ti­on-Maß­nah­men des DFB teil. Die hier­für gezahl­te Ver­gü­tung sah er als Ein­künf­te aus nicht­selbst­stän­di­ger Arbeit und damit als nicht gewer­be­steu­er­pflich­tig an. Er begrün­de­te dies ins­be­son­de­re damit, dass sein Arbeit­ge­ber auf­grund der Ver­bands­sta­tu­ten ver­pflich­tet sei, ihn für die Natio­nal­mann­schaft abzu­stel­len. Er selbst sei auf­grund des Arbeits­ver­tra­ges ver­pflich­tet, einer ent­spre­chen­den Wei­sung sei­nes Ver­eins nach­zu­kom­men. Sei­ne Tätig­keit für den DFB übe er daher nicht selbst­stän­dig und damit nicht gewerb­lich aus. Zudem habe er sich der Teil­nah­me an den Pro­mo­ti­on-Maß­nah­men fak­tisch nicht ent­zie­hen kön­nen. Eine Wei­ge­rung hät­te bedeu­tet, ganz auf die Zuge­hö­rig­keit zur Natio­nal­mann­schaft zu ver­zich­ten.

Das Finanz­ge­richt Müns­ter sah dies frei­lich anders: Der Klä­ger sei gewerb­lich, ins­be­son­de­re selbst­stän­dig tätig gewe­sen. Er habe sich gegen­über dem DFB bereit erklärt, an ent­spre­chen­den Ver­an­stal­tun­gen des DFB teil­zu­neh­men und sei die­ser Ver­pflich­tung auch nach­ge­kom­men. Dem­ge­gen­über sei er weder auf­grund des Arbeits­ver­hält­nis­ses mit sei­nem Ver­ein noch auf­grund ande­rer Rege­lun­gen, wie z.B. des Grund­la­gen­ver­tra­ges zwi­schen dem Liga­ver­band und dem DFB, zur Teil­nah­me an die­sen Ver­an­stal­tun­gen ver­pflich­tet gewe­sen.

Auch habe der fak­ti­sche Druck, bei Nicht­teil­nah­me an ent­spre­chen­den Pro­mo­ti­on-Ver­an­stal­tun­gen des DFB kei­ne Beru­fung mehr in die Natio­nal­mann­schaft zu erhal­ten, nicht die freie Wil­lens­ent­schei­dung des Klä­gers über­la­gert.

Finanz­ge­richt Müns­ter, Urteil vom 16. April 2010 – 14 K 116/​06 G