Erwei­ter­te Kür­zung zur Ermitt­lung des Gewer­be­er­trags

Gemäß § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG 2002 kön­nen Unter­neh­men, die aus­schließ­lich eige­nen Grund­be­sitz ver­wal­ten, auf Antrag den Gewer­be­er­trag statt um einen bestimm­ten Pro­zent­satz des Ein­heits­werts des Grund­be­sit­zes um den Teil des Gewer­be­er­tra­ges kür­zen, der auf die Ver­wal­tung und Nut­zung des eige­nen Grund­be­sit­zes ent­fällt. Zweck die­ser erwei­ter­ten Kür­zung ist es, die von einem kraft Rechts­form gewer­be­steu­er­pflich­ti­gen Unter­neh­men erziel­ten Erträ­ge aus der blo­ßen Ver­wal­tung und Nut­zung eige­nen Grund­be­sit­zes von der Gewer­be­steu­er aus Grün­den der Gleich­be­hand­lung mit Steu­er­pflich­ti­gen frei­zu­stel­len, die (gewer­be­steu­er­frei) nur Grund­stücks­ver­wal­tung betrei­ben [1]. Danach ist § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG 2002 grund­sätz­lich nicht anzu­wen­den, wenn die Ver­wal­tung oder Nut­zung des eige­nen Grund­be­sit­zes die Gren­zen der Gewerb­lich­keit über­schrei­tet. Dies ist ins­be­son­de­re dann der Fall, wenn das Grund­stücks­un­ter­neh­men infol­ge einer Betriebs­auf­spal­tung als Besitz­un­ter­neh­men gewerb­li­che Ein­künf­te erzielt. Die Über­las­sung eines Grund­stücks im Rah­men einer Betriebs­auf­spal­tung wird dann als gewerb­li­che Tätig­keit ange­se­hen und schließt eine erwei­ter­te Kür­zung nach § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG 2002 aus [2].

Erwei­ter­te Kür­zung zur Ermitt­lung des Gewer­be­er­trags

Der Zweck der Begüns­ti­gungs­re­ge­lung des § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG 2002 spricht dafür, die erwei­ter­te Kür­zung (eben­falls) in der Situa­ti­on der kapi­ta­lis­ti­schen Betriebs­auf­spal­tung zu ver­sa­gen: Denn die Kapi­tal­ge­sell­schaft wird als Besitz­un­ter­neh­men unab­hän­gig von § 2 Abs. 2 Satz 1 GewStG 2002 über das übli­che Maß der Ver­mö­gens­ver­wal­tung durch das Hal­ten von Betei­li­gun­gen an (ande­ren) Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten hin­aus tätig, wenn es durch per­sön­li­che und sach­li­che Ver­flech­tung mit der Betriebs­ge­sell­schaft an der ori­gi­när gewerb­li­chen Tätig­keit jener Gesell­schaft teil­nimmt. Die Kapi­tal­ge­sell­schaft erfüllt inso­weit den Tat­be­stand ori­gi­när gewerb­li­cher Tätig­keit i.S. des § 2 Abs. 1 Satz 2 GewStG 2002. Da § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG 2002 eine Benach­tei­li­gung für eine ver­mö­gens­ver­wal­ten­de (nicht gewer­be­steu­er­pflich­ti­ge) Tätig­keit ver­mei­den soll, wenn die Tätig­keit durch einen Gewer­be­be­trieb kraft Rechts­form aus­ge­übt wird, muss die im Ein­zel­fall aus­ge­üb­te Tätig­keit wür­de sie von einer natür­li­chen Per­son bzw. einem Per­so­nen­un­ter­neh­men aus­ge­übt wer­den- die Vor­aus­set­zun­gen der ver­mö­gens­ver­wal­ten­den (nicht gewerb­li­chen) Tätig­keit erfül­len. Dies ist bei einer Betriebs­auf­spal­tung gera­de nicht der Fall.

Der Besitz-GmbH wer­den weder die von ihren Gesell­schaf­tern gehal­te­nen Antei­le an der Betriebs-GmbH noch die mit die­sem Anteils­be­sitz ver­bun­de­ne Beherr­schungs­funk­ti­on zuge­rech­net wer­den, da es sich um ver­schie­de­ne Rechts­trä­ger han­delt. Eine sol­che Zurech­nung wür­de einen unzu­läs­si­gen steu­er­recht­li­chen Durch­griff auf die hin­ter der Besitz­ka­pi­tal­ge­sell­schaft ste­hen­den Per­so­nen bedeu­ten [3]. Dar­aus ist abzu­lei­ten, dass die Beherr­schung der Betriebs­ka­pi­tal­ge­sell­schaft durch die Besitz­ka­pi­tal­ge­sell­schaft (kraft eige­nen Anteils­be­sit­zes) abwei­chend zu wür­di­gen ist [4]; ins­be­son­de­re liegt dar­in kei­ne Situa­ti­on eines „Durch­griffs“ auf die hin­ter der (Besitz-)Kapitalgesellschaft ste­hen­den Personen.Gemäß § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG 2002 kön­nen Unter­neh­men, die aus­schließ­lich eige­nen Grund­be­sitz ver­wal­ten, auf Antrag den Gewer­be­er­trag statt um einen bestimm­ten Pro­zent­satz des Ein­heits­werts des Grund­be­sit­zes um den Teil des Gewer­be­er­tra­ges kür­zen, der auf die Ver­wal­tung und Nut­zung des eige­nen Grund­be­sit­zes ent­fällt. Zweck die­ser erwei­ter­ten Kür­zung ist es, die von einem kraft Rechts­form gewer­be­steu­er­pflich­ti­gen Unter­neh­men erziel­ten Erträ­ge aus der blo­ßen Ver­wal­tung und Nut­zung eige­nen Grund­be­sit­zes von der Gewer­be­steu­er aus Grün­den der Gleich­be­hand­lung mit Steu­er­pflich­ti­gen frei­zu­stel­len, die (gewer­be­steu­er­frei) nur Grund­stücks­ver­wal­tung betrei­ben [1]. Danach ist § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG 2002 grund­sätz­lich nicht anzu­wen­den, wenn die Ver­wal­tung oder Nut­zung des eige­nen Grund­be­sit­zes die Gren­zen der Gewerb­lich­keit über­schrei­tet. Dies ist ins­be­son­de­re dann der Fall, wenn das Grund­stücks­un­ter­neh­men infol­ge einer Betriebs­auf­spal­tung als Besitz­un­ter­neh­men gewerb­li­che Ein­künf­te erzielt. Die Über­las­sung eines Grund­stücks im Rah­men einer Betriebs­auf­spal­tung wird dann als gewerb­li­che Tätig­keit ange­se­hen und schließt eine erwei­ter­te Kür­zung nach § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG 2002 aus [2].

Der Zweck der Begüns­ti­gungs­re­ge­lung des § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG 2002 spricht dafür, die erwei­ter­te Kür­zung (eben­falls) in der Situa­ti­on der kapi­ta­lis­ti­schen Betriebs­auf­spal­tung zu ver­sa­gen: Denn die Kapi­tal­ge­sell­schaft wird als Besitz­un­ter­neh­men unab­hän­gig von § 2 Abs. 2 Satz 1 GewStG 2002 über das übli­che Maß der Ver­mö­gens­ver­wal­tung durch das Hal­ten von Betei­li­gun­gen an (ande­ren) Kapi­tal­ge­sell­schaf­ten hin­aus tätig, wenn es durch per­sön­li­che und sach­li­che Ver­flech­tung mit der Betriebs­ge­sell­schaft an der ori­gi­när gewerb­li­chen Tätig­keit jener Gesell­schaft teil­nimmt. Die Kapi­tal­ge­sell­schaft erfüllt inso­weit den Tat­be­stand ori­gi­när gewerb­li­cher Tätig­keit i.S. des § 2 Abs. 1 Satz 2 GewStG 2002. Da § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG 2002 eine Benach­tei­li­gung für eine ver­mö­gens­ver­wal­ten­de (nicht gewer­be­steu­er­pflich­ti­ge) Tätig­keit ver­mei­den soll, wenn die Tätig­keit durch einen Gewer­be­be­trieb kraft Rechts­form aus­ge­übt wird, muss die im Ein­zel­fall aus­ge­üb­te Tätig­keit wür­de sie von einer natür­li­chen Per­son bzw. einem Per­so­nen­un­ter­neh­men aus­ge­übt wer­den- die Vor­aus­set­zun­gen der ver­mö­gens­ver­wal­ten­den (nicht gewerb­li­chen) Tätig­keit erfül­len. Dies ist bei einer Betriebs­auf­spal­tung gera­de nicht der Fall.

Der Besitz-GmbH wer­den weder die von ihren Gesell­schaf­tern gehal­te­nen Antei­le an der Betriebs-GmbH noch die mit die­sem Anteils­be­sitz ver­bun­de­ne Beherr­schungs­funk­ti­on zuge­rech­net wer­den, da es sich um ver­schie­de­ne Rechts­trä­ger han­delt. Eine sol­che Zurech­nung wür­de einen unzu­läs­si­gen steu­er­recht­li­chen Durch­griff auf die hin­ter der Besitz­ka­pi­tal­ge­sell­schaft ste­hen­den Per­so­nen bedeu­ten [3]. Dar­aus ist abzu­lei­ten, dass die Beherr­schung der Betriebs­ka­pi­tal­ge­sell­schaft durch die Besitz­ka­pi­tal­ge­sell­schaft (kraft eige­nen Anteils­be­sit­zes) abwei­chend zu wür­di­gen ist [4]; ins­be­son­de­re liegt dar­in kei­ne Situa­ti­on eines „Durch­griffs“ auf die hin­ter der (Besitz-)Kapitalgesellschaft ste­hen­den Per­so­nen.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 24. Janu­ar 2012 – I B 136/​11

  1. vgl. BFH, Urtei­le vom 18.04.2000 – VIII R 68/​98, BFHE 192, 100, BStBl II 2001, 359; vom 18.05.2011 – X R 4/​10, BFHE 233, 539, BStBl II 2011, 887; s.a. BVerfG, Beschluss vom 24.03.2010 – 1 BvR 2130/​09, HFR 2010, 756[][]
  2. z.B. BFH, Urteil vom 29.03.1973 – I R 174/​72, BFHE 109, 456, BStBl II 1973, 686; BFH, Urtei­le vom 22.02.2005 – VIII R 53/​02, BFH/​NV 2005, 1624; vom 22.01.2009 – IV R 80/​06, BFH/​NV 2009, 1279[][]
  3. BFH, Urteil vom 01.08.1979 – I R 111/​78, BFHE 129, 57, BStBl II 1980, 77[][]
  4. s. z.B. Gosch in Blü­mich, EStG/​KStG/​GewStG, § 9 GewStG Rz 62[][]