Gewer­be­steu­er und die form­wech­seln­de Umwand­lung

Die form­wech­seln­de Umwand­lung einer KG in eine GmbH führt gemäß § 202 Abs. 1 Nr. 1 UmwG nicht zum Erlö­schen des ursprüng­lich bestehen­den und zur Ent­ste­hung eines neu­en Rechts­trä­gers. Viel­mehr besteht vor und nach dem Form­wech­sel ein und das­sel­be Rechts­sub­jekt. Ein irr­tüm­lich an die KG statt an die GmbH gerich­te­ter Gewer­be­steu­er­mess­be­scheid ist des­halb nicht nich­tig.

Gewer­be­steu­er und die form­wech­seln­de Umwand­lung

Die wäh­rend eines von dem Steu­er­schuld­ner ange­streng­ten finanz­ge­richt­li­chen Ver­fah­rens abge­ge­be­ne Erklä­rung des Finanz­amts, mit der es die Nich­tig­keit des ange­foch­te­nen Steu­er­be­scheids fest­stellt, ist als ein die Behör­de bin­den­der, fest­stel­len­der Ver­wal­tungs­akt zu ver­ste­hen.

Eine Gemein­de kann weder gestützt auf den all­ge­mei­nen Fol­gen­be­sei­ti­gungs­an­spruch noch nach den Grund­sät­zen über die sinn­ge­mä­ße Anwen­dung des ver­trag­li­chen Schuld­rechts auf öffent­lich-recht­li­che Son­der­be­zie­hun­gen ver­lan­gen, dass das Land Baden-Würt­tem­berg als Trä­ger der Finanz­ver­wal­tung für einen Gewer­be­steu­er­aus­fall Ersatz leis­tet, der infol­ge eines dem Finanz­amt im Gewer­be­steu­er­mess­ver­fah­ren unter­lau­fe­nen Feh­lers ent­stan­den ist.

Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 29. März 2010 – 2 S 939/​08