Gewer­be­steu­er­li­che Mehr­müt­ter­or­gan­schaft

Es ist nach Ansicht des Bun­des­fi­nanz­hofs nicht ernst­lich zwei­fel­haft, dass die durch das Unt­StFG geschaf­fe­nen gesetz­li­chen Rege­lun­gen zur sog. Mehr­müt­ter­or­gan­schaft ver­fas­sungs­ge­mäß sind. Sie ver­sto­ßen nicht gegen das aus dem Rechts­staats­prin­zip des Art. 20 Abs. 3 GG abge­lei­te­te Rück­wir­kungs­ver­bot.

Gewer­be­steu­er­li­che Mehr­müt­ter­or­gan­schaft

Die ver­fah­rens­recht­li­chen Bestim­mun­gen über das Ruhen von Ver­fah­ren kraft Geset­zes in § 363 Abs. 2 Satz 2 AO 1977 begrün­den nach sum­ma­ri­scher Prü­fung kei­nen ein­fach­ge­setz­li­chen Ver­trau­ens­schutz, der einer rück­wir­ken­den Anwen­dung des § 2 Abs. 2 Satz 3, § 36 Abs. 2 Satz 2 GewStG 1999 i.V.m. § 14 Abs. 2 KStG 1999 (jeweils i.d.F. des Unt­StFG) ent­ge­gen­stün­de.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 22. Febru­ar 2006 – I B 145/​05