Gewer­be­steu­er­pflicht einer Han­dels­ver­tre­ter­aus­gleichs­zah­lung

Der Gewer­be­steu­er unter­liegt jeder ste­hen­de Gewer­be­be­trieb, soweit er im Inland betrie­ben wird (§ 2 Abs. 1 Satz 1 GewStG). Unter Gewer­be­be­trieb ist ein gewerb­li­ches Unter­neh­men im Sin­ne des EStG zu ver­ste­hen (§ 2 Abs. 1 Satz 2 GewStG). Die Gewer­be­steu­er bemisst sich nach dem Gewer­be­er­trag (§ 7 GewStG), das ist grund­sätz­lich der nach den Vor­schrif­ten des EStG bzw. des Kör­per­schaft­steu­er­ge­set­zes zu ermit­teln­de Gewinn aus Gewer­be­be­trieb, ver­mehrt und ver­min­dert um die Hin­zu­rech­nun­gen und Kür­zun­gen nach den §§ 8 und 9 GewStG. Ver­äu­ße­rungs- und Auf­ga­be­ge­win­ne (§ 16 EStG) sind dabei nicht ein­zu­be­zie­hen, weil dies dem Wesen der Gewer­be­steu­er als einer auf den täti­gen Betrieb bezo­ge­nen Sach­steu­er wider­spre­chen wür­de 1.

Gewer­be­steu­er­pflicht einer Han­dels­ver­tre­ter­aus­gleichs­zah­lung

Eine Aus­gleichs­zah­lung an den Han­dels­ver­tre­ter im Sin­ne von § 89b HGB erhöht auch dann den Gewer­be­er­trag, wenn sie auf Grund der Been­di­gung eines Han­dels­ver­tre­ter­ver­trags geleis­tet wird, die mit der Auf­ga­be der gewerb­li­chen Tätig­keit zusam­men­fällt. Die Aus­gleichs­zah­lung ist –als letz­ter Geschäfts­vor­fall– Bestand­teil des lau­fen­den Gewinns, wenn der Gewer­be­be­trieb mit der Been­di­gung des Ver­tre­ter­ver­trags ver­äu­ßert oder auf­ge­ge­ben wird; als zusätz­li­cher Ver­gü­tungs­an­spruch für die vor Ver­trags­en­de geleis­te­ten und nach Ver­trags­en­de fort­wir­ken­den Diens­te folgt er unmit­tel­bar aus dem Han­dels­ver­tre­ter­ver­hält­nis und setzt kei­nen beson­de­ren Wil­lens­ent­schluss vor­aus, wie ihn die Auf­ga­be einer Tätig­keit oder eines Gewer­be­be­triebs erfor­dert 2.

Bun­des­fi­annz­hof, Urteil vom 26. Novem­ber 2009 – III R 110/​07

  1. BFH, Urteil vom 26.06.2007 – IV R 49/​04, BFHE 217, 150, BSt­Bl II 2009, 289[]
  2. stän­di­ge Recht­spre­chung, z.B. BFH, Urtei­le vom 19.02.1987 – IV R 72/​83, BFHE 149, 188, BSt­Bl II 1987, 570; vom 02.04.2008 – X R 61/​06, BFH/​NV 2008, 1491; BFH, Beschluss vom 17.03.2009 – X B 225/​08, BFH/​NV 2009, 967; kri­tisch zur Ein­be­zie­hung der Aus­gleichs­an­sprü­che Blümich/​v. Twi­ckel, § 7 GewStG Rz 158[]