Grund­stücks­ver­kauf und Grund­stücks­ein­brin­gung als Betriebs­auf­ga­be

Gewer­be­steu­er­recht­lich führt die Ver­äu­ße­rung von Grund­stü­cken eines gewerb­li­chen Grund­stücks­händ­lers anläss­lich der Betriebs­auf­ga­be zu einem lau­fen­den Gewinn und nicht zu einem Auf­ga­be­ge­winn. Dies gilt auch bei einer Ein­brin­gung von Grund­stü­cken zum Teil­wert gegen Über­nah­me von Ver­bind­lich­kei­ten und Ein­räu­mung einer Dar­le­hens­for­de­rung.

Grund­stücks­ver­kauf und Grund­stücks­ein­brin­gung als Betriebs­auf­ga­be

Nach der stän­di­gen BFH-Recht­spre­chung geht nicht jeder Gewinn aus der Ver­äu­ße­rung von Wirt­schafts­gü­tern im Zusam­men­hang mit der Betriebs­auf­ga­be in den (tarif­be­güns­tig­ten) Auf­ga­be­ge­winn ein. Aus­ge­nom­men wer­den Gewin­ne aus Geschäfts­vor­fäl­len, die auf der im Wesent­li­chen unver­än­der­ten Fort­füh­rung der bis­he­ri­gen unter­neh­me­ri­schen Tätig­keit beru­hen 1. Dem­entspre­chend hat der BFH in Fäl­len der Auf­ga­be eines gewerb­li­chen Grund­stücks­han­dels die Ver­äu­ße­rung von Grund­stü­cken auch dann stets als (gewer­be­steu­er­ba­re) lau­fen­de Ein­künf­te i.S. des § 15 EStG und nicht als Ver­äu­ße­rungs­ge­win­ne gemäß § 16 EStG ange­se­hen, wenn das letz­te zum Betriebs­ver­mö­gen gehö­ren­de Grund­stück an einen Abneh­mer ver­äu­ßert wur­de und sich dar­an die Betriebs­auf­ga­be anschloss. Der erfor­der­li­che wirt­schaft­li­che Zusam­men­hang zwi­schen dem Betriebs­auf­ga­be­ge­winn und der Grund­stücks­ver­äu­ße­rung feh­le ‑so die Rechtsprechung‑, weil die Grund­stücks­ver­äu­ße­rung dem "typus­prä­gen­den Ver­hal­ten des Grund­stücks­händ­lers" (Erwerb und Ver­äu­ße­rung) ent­spre­che. Irrele­vant sei sowohl, ob das Grund­stück an einen End­kun­den, Wie­der­ver­käu­fer oder Groß­ab­neh­mer ver­kauft wer­de, als auch in wel­cher Pha­se des Durch­han­delns, der Grund­stücks­ent­wick­lung, ‑bebau­ung, -moder­ni­sie­rung oder ‑tei­lung es ver­äu­ßert wer­de. Auch gewer­be­steu­er­recht­lich sei davon aus­zu­ge­hen, dass die Umsät­ze aus der Ver­äu­ße­rung von zum Umlauf­ver­mö­gen gehö­ren­den Grund­stü­cken eines gewerb­li­chen Grund­stücks­händ­lers anläss­lich der Betriebs­auf­ga­be dem lau­fen­den Gewinn zuzu­ord­nen sei­en 2. Die­se Grund­sät­ze wur­den vom Bun­des­fi­nanz­hof auch auf Ein­brin­gun­gen gegen Gewäh­rung von Gesell­schafts­rech­ten und wei­te­re Gegen­leis­tun­gen gemäß § 20 des Umwand­lungs­steu­er­ge­set­zes 1977 erstreckt 3. Für die streit­ge­gen­ständ­li­che Ein­brin­gung der Grund­stü­cke zum Teil­wert gegen Über­nah­me von Ver­bind­lich­kei­ten und Ein­räu­mung einer Dar­le­hens­for­de­rung kann nichts ande­res gel­ten.

Der Bun­des­fi­nanz­hof kann der Über­le­gung nicht fol­gen, es habe eine Über­füh­rung der Grund­stü­cke in das Pri­vat­ver­mö­gen des ein­brin­gen­den Gesell­schaf­ters vor­ge­le­gen, da der Gesell­schaf­ter die Antei­le an der KG im Pri­vat­ver­mö­gen hal­te und ihm daher die in die KG ein­ge­brach­ten Grund­stü­cke ent­spre­chend den Grund­sät­zen der steu­er­li­chen Trans­pa­renz der KG zuzu­rech­nen sei­en. Die­se Argu­men­ta­ti­on über­sieht die par­ti­el­le Steu­er­rechts­fä­hig­keit der Per­so­nen­ge­sell­schaft, die u.a. dazu führt, dass die KG selbst gemäß § 5 Abs. 1 Satz 3 GewStG Steu­er­schuld­ne­rin der Gewer­be­steu­er ist.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 28. Okto­ber 2015 – X R 22/​13

  1. BFH, Urteil vom 09.09.1993 – IV R 30/​92, BFHE 172, 344, BSt­Bl II 1994, 105, m.w.N.[]
  2. s. BFH, Urteil vom 24.06.2009 – X R 36/​06, BFHE 225, 407, BSt­Bl II 2010, 171, unter II. 5.b, m.w.N.[]
  3. BFH, Urteil in BFHE 225, 407, BSt­Bl II 2010, 171[]