Hin­zu­re­chungs­vor­schrif­ten für gemie­te­te Anla­ge­gü­ter

Die Finanz­ver­wal­tung hat nach sie­ben Jah­ren noch­mals die Kon­se­quen­zen aus dem Urteil des Euro­päi­schen Gerichts­hofs vom 26. Okto­ber 1999 zur Ver­ein­bar­keit gewer­be­steu­er­li­cher Hin­zu­re­chungs­vor­schrif­ten für gemie­te­te Anla­ge­gü­ter mit dem Gebot des frei­en Dienst­leis­tungs­ver­kehrs nach Art. 59 (jetzt 49) EGV (C‑294/​97, BStBl II S. 851) gezo­gen und die bis­her hier­zu ergan­ge­nen gleich lau­ten­den Erlas­se der obers­ten Finanz­be­hör­den der Län­der vom 26. April 2000 (BStBl I S. 486), auch im Hin­blick auf einen Beschluss des Bun­des­fi­nanz­hofs vom 15. Juli 2005 (BStBl II S. 716), mit neu­en gleich lau­ten­den Erlas­sen vom 18. Okto­ber 2006 ergänzt.

Hin­zu­re­chungs­vor­schrif­ten für gemie­te­te Anla­ge­gü­ter

Nach deb Erlas­sen aus dem Jahr 2000 ist die Fest­set­zung des Gewer­be­steu­er­mess­be­trags gegen einen inlän­di­schen Mie­ter, Päch­ter oder Lea­sing-Neh­mer nach § 165 Abs. 1 Satz 4 AO aus­zu­set­zen, soweit sie die Hin­zu­rech­nung nach § 8 Nr. 7 Satz 1 GewStG betrifft und der Ver­mie­ter, Ver­päch­ter oder Lea­sing-Geber in einem EU- bzw. EWR-Staat oder einem Staat ansäs­sig ist, mit dem ein Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men besteht.

Nach einem Beschluss der obers­ten Finanz­be­hör­den der Län­der wer­den die­se Erlas­se mit der Maß­ga­be auf­ge­ho­ben, dass

  • in den Fäl­len eine Hin­zu­rech­nung end­gül­tig unter­bleibt, in denen der Ver­mie­ter, Ver­päch­ter
    oder Lea­sing-Geber, der im EU-Aus­land, einem EWR-Staat oder in einem Staat ansäs­sig ist, mit dem ein Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men besteht, das ver­mie­te­te Anla­ge­gut nach­weis­lich in einem Betriebs­ver­mö­gen hält, und
  • in den übri­gen Fäl­len die Hin­zu­rech­nung end­gül­tig vor­zu­neh­men ist.

Im Übri­gen ist bei erst­ma­li­ger Fest­set­zung des Gewer­be­steu­er­mess­be­trags in Fäl­len, in denen der Ver­mie­ter, Ver­päch­ter oder Lea­sing-Geber im EU- Aus­land, einem EWR-Staat oder einem Staat ansäs­sig ist, mit dem ein Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men besteht, eine Hin­zu­rech­nung nach § 8 Nr. 7 Satz 1 GewStG nicht vor­zu­neh­men, wenn die­ser aus­län­di­sche Ver­mie­ter, Ver­päch­ter oder Lea­sing-Geber das ver­mie­te­te Anla­ge­gut nach­weis­lich in einem Betriebs­ver­mö­gen hält. Dies gilt nicht für die Fäl­le des § 8 Nr. 7 Satz 2 Halb­satz 2 GewStG, in denen unab­hän­gig davon, ob die Miet- oder Pacht­zin­sen bei Ver­mie­ter oder Ver­päch­ter zur Gewer­be­steu­er her­an­zu­zie­hen sind, eine Hin­zu­rech­nung statt­fin­det.

Gleich­lau­ten­der Erlass der obers­ten Finanz­be­hör­den der Län­der
z.B. Finanz­mi­nis­te­ri­um des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len – G 1422 – 75 – V B 4