Ver­lust­nut­zung bei unter­schied­li­cher gewerb­li­cher Betä­ti­gung

Gemäß § 10a Satz 1 GewStG wird der maß­ge­ben­de Gewer­be­er­trag um die Fehl­be­trä­ge gekürzt, die sich bei der Ermitt­lung des maß­ge­ben­den Gewer­be­er­tra­ges für die vor­an­ge­gan­ge­nen Erhe­bungs­zeit­räu­me nach den Vor­schrif­ten der §§ 7 bis 10 GewStG erge­ben, soweit die Fehl­be­trä­ge nicht bei der Ermitt­lung des Gewer­be­er­tra­ges für die vor­an­ge­gan­ge­nen Erhe­bungs­zeit­räu­me berück­sich­tigt wor­den sind. Die Höhe der vor­trags­fä­hi­gen Fehl­be­trä­ge ist geson­dert fest­zu­stel­len (§ 10a Satz 2 GewStG).

Ver­lust­nut­zung bei unter­schied­li­cher gewerb­li­cher Betä­ti­gung

Der Fest­stel­lungs­be­scheid ist jeweils Grund­la­gen­be­scheid für den Gewer­be­steu­er­mess­be­scheid des oder der Folgejahre(s), § 182 AO 1. Steht die Höhe des zu berück­sich­ti­gen gewerb­li­chen Ver­lus­tes im Streit, muss sonach der Bescheid über die Fest­stel­lung des vor­trags­fä­hi­gen Gewer­be­ver­lus­tes ange­grif­fen wer­den bzw. der Erlass eines ent­spre­chen­den Beschei­des bean­tragt wer­den. Die Kla­ge gegen den Fol­ge­be­scheid, den Gewer­be­steu­er­mess­be­scheid, ist dem­ge­gen­über unzu­läs­sig.

Die Höhe der vor­trags­fä­hi­gen Gewer­be­ver­lus­te ist geson­dert fest­zu­stel­len. Maß­ge­ben­der Gewer­be­er­trag in die­sem Sin­ne ist gemäß § 7 GewStG der nach den Vor­schrif­ten des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes oder des Kör­per­schaft­steu­er­ge­set­zes zu ermit­teln­de Gewinn aus dem Gewer­be­be­trieb, der bei der Ermitt­lung des Ein­kom­mens für den dem Erhe­bungs­zeit­raum (§ 14 Abs. 2 Satz 1 GewStG) ent­spre­chen­den Ver­an­la­gungs­zeit­raum zu berück­sich­ti­gen ist, ver­mehrt und ver­min­dert um die in den §§ 8 und 9 GewStG bezeich­ne­ten Beträ­ge. § 14 Abs. 2 Sät­ze 2 und 3 GewStG bestimmt, dass unter Erhe­bungs­zeit­raum das Kalen­der­jahr bzw. ggf. der Zeit­raum der Steu­er­pflicht zu ver­ste­hen ist. Nach des­sen Ablauf wird der Steu­er­mess­be­trag (vgl. § 11 GewStG) fest­ge­setzt. Dar­aus folgt in zeit­li­cher Hin­sicht, dass das Gesetz auf eine lücken­lo­se Fort­schrei­bung der vor­trags­fä­hi­gen Fehl­be­trä­ge hin ange­legt ist. Die Höhe die­ser Beträ­ge ist in Ein­klang hier­mit gemäß § 10a Satz 2 GewStG für den jewei­li­gen Erhe­bungs­zeit­raum (vgl. § 35b Abs. 2 Satz 2 GewStG) unter Ver­rech­nung oder Zuschrei­bung von Fehl­be­trä­gen geson­dert fest­zu­stel­len 2.

Finanz­ge­richt Ham­burg, Urteil vom 15. Novem­ber 2012 – 2 K 140/​11

  1. vgl. BFH, vom 09.06.1999 – I R 92/​98, BSt­Bl II 1999, 733; Drüen in Blü­mich, Ein­kom­men­steu­er­ge­setz, Kör­per­schaft­steu­er­ge­setz, Gewer­be­steu­er­ge­setz, 10a GewStG Rz. 116[]
  2. BFH vom 09.06.1999 – I R 92/​98, BSt­Bl II 1999, 733[]