Gewinn­fest­stel­lungs­be­scheid – und die selb­stän­di­gen Fest­stel­lun­gen

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung kann ein Gewinn­fest­stel­lungs­be­scheid eine Viel­zahl selb­stän­di­ger und damit auch selb­stän­dig anfecht­ba­rer Fest­stel­lun­gen ent­hal­ten, die eigen­stän­dig in Bestands­kraft erwach­sen und des­halb für die in dem näm­li­chen Bescheid getrof­fe­nen und recht­lich nach­ge­la­ger­ten Fest­stel­lun­gen Bin­dungs­wir­kung ent­fal­ten kön­nen.

Gewinn­fest­stel­lungs­be­scheid – und die selb­stän­di­gen Fest­stel­lun­gen

Sol­che selb­stän­di­gen Rege­lun­gen (Fest­stel­lun­gen) sind ins­be­son­de­re

Selb­stän­dig anfecht­bar ist auch die Fest­stel­lung eines Ver­äu­ße­rungs- oder Auf­ga­be­ge­winns jeden­falls des ein­zel­nen Mit­un­ter­neh­mers 1.

Die Fol­ge zeig­te sich auch in dem hier vom Bun­des­fi­nanz­hof ent­schie­de­nen Fall: Die Klä­ge­rin hat­te den Gewinn­fest­stel­lungs­be­scheid 2003 nach dem Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs nur inso­weit ange­grif­fen, als es um die begehr­te Umqua­li­fi­zie­rung der Ein­künf­te von gewerb­li­chen Ein­künf­ten in Ein­künf­te aus Ver­mie­tung und Ver­pach­tung geht. Der Unter­schied in der Höhe der fest­ge­stell­ten Ein­künf­te aus Gewer­be­be­trieb einer­seits und der von der Klä­ge­rin begehr­ten Fest­stel­lung der Ein­künf­te als sol­che aus Ver­mie­tung und Ver­pach­tung ande­rer­seits ist ledig­lich Fol­ge der unter­schied­li­chen Arten der Ein­künf­teer­mitt­lung. Die Klä­ge­rin hat die Höhe der fest­ge­stell­ten Ein­künf­te aus Gewer­be­be­trieb, wie sie das Finanz­amt unter der Annah­me des Vor­lie­gens gewerb­li­cher Ein­künf­te ermit­telt hat, nicht eigen­stän­dig ange­grif­fen.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 9. Novem­ber 2017 – IV R 37/​14

  1. BFH, Urteil vom 16.03.2017 – IV R 31/​14, BFHE 257, 292, Rz 18, m.w.N.[]