Ich will eine höhe­re Steu­er­fest­set­zung!

In Fäl­len in denen die Klä­ge­rin bei einem auf 0 € lau­ten­den Ein­kom­men­steu­er­be­scheid eine höhe­re Steu­er­fest­set­zung begehrt, fehlt es regel­mä­ßig an der nach § 40 Abs. 2 FGO erfor­der­li­chen Beschwer 1.

Ich will eine höhe­re Steu­er­fest­set­zung!

Eine Kla­ge ist aber gleich­wohl zuläs­sig, wenn der Steu­er­pflich­ti­ge sich durch die höhe­re Steu­er­fest­set­zung in ande­ren Ver­an­la­gungs­zeit­räu­men Steu­er­vor­tei­le ver­spricht, die die für das Streit­jahr fest­zu­set­zen­de Mehr­steu­er über­stei­gen 2.

So lag es auch in dem hier vom Bun­des­fi­nanz­hof ent­schie­de­nen Fall: Die Klä­ge­rin hat dar­ge­legt, dass sie durch den ‑im Fal­le eines Erfolgs ihres Begeh­rens- vor­zu­neh­men­den Ver­lus­t­rück­trag in das Jahr 2008 sowie durch die sich dann für 2009 aus­wir­ken­den, bis­her leer lau­fen­den Steu­er­ermä­ßi­gun­gen auch unter Berück­sich­ti­gung der künf­tig nach § 34a Abs. 4 EStG fest­zu­set­zen­den Nach­steu­er per sal­do einen steu­er­li­chen Vor­teil erlangt. Auf die Fra­ge, in wel­chem Umfang der durch den zeit­li­chen Auf­schub der Nach­ver­steue­rung ent­ste­hen­de Zins­vor­teil bei der Prü­fung der erfor­der­li­chen Beschwer zu berück­sich­ti­gen ist, kam es im Streit­fall nicht an.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 20. März 2017 – X R 65/​14

  1. vgl. BFH, Urteil vom 23.04.2008 – X R 32/​06, BFHE 221, 102, BSt­Bl II 2009, 7, unter II. 2.a aa[]
  2. vgl. BFH, Beschluss vom 15.12 2011 – VI R 26/​11, BFHE 236, 127, BSt­Bl II 2012, 415, Rz 10[]