Ver­lust der wirt­schaft­li­chen Iden­ti­tät

Der Ver­lust der wirt­schaft­li­chen Iden­ti­tät einer GmbH gemäß § 8 Abs. 4 Satz 2 KStG 1996 – und damit auch die wei­te­re Abzugs­fä­hig­keit von bestehen­den Ver­lust­vor­trä­gen – setzt vor­aus, dass zwi­schen der Über­tra­gung der Gesell­schafts­an­tei­le und der Zufüh­rung neu­en Betriebs­ver­mö­gens ein sach­li­cher und zeit­li­cher Zusam­men­hang besteht. Wer­den Antei­le mehr als ein Jahr vor einem Bran­chen­wech­sel und der Zufüh­rung neu­en Betriebs­ver­mö­gens über­tra­gen, kann ein der­ar­ti­ger Zusam­men­hang nicht unter­stellt wer­den. Maß­geb­lich sind viel­mehr – anders als es noch die Finanz­ver­wal­tung in einem BMF-Schrei­ben (BSt­Bl I 1999, 455, Tz. 12 u. 33) ange­nom­men hat­te – aus­schließ­lich die Gege­ben­hei­ten des Ein­zel­fal­les.

Ver­lust der wirt­schaft­li­chen Iden­ti­tät

Ist das Finanz­amt im Kör­per­schaft­steu­er­be­scheid 1997 sowie im Ver­lust­fest­stel­lungs­be­scheid zum 31. Dezem­ber 1997 davon aus­ge­gan­gen, eine GmbH habe ihre wirt­schaft­li­che Iden­ti­tät gemäß § 8 Abs. 4 Satz 2 KStG 1996 n.F. im Jahr 1997 ver­lo­ren, und wer­den die­se Beschei­de auf Antrag der GmbH auf­ge­ho­ben, kann das FA grund­sätz­lich den bestands­kräf­ti­gen Ver­lust­fest­stel­lungs­be­scheid zum 31. Dezem­ber 1996 wegen wider­strei­ten­der Steu­er­fest­stel­lun­gen gemäß § 174 Abs. 4 AO 1977 ändern, wenn es nun­mehr davon aus­geht, der Ver­lust der wirt­schaft­li­chen Iden­ti­tät sei nach § 8 Abs. 4 KStG 1996 a.F. bereits im Jahr 1996 ein­ge­tre­ten.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 14. März 2006 I R 8/​05