Das ers­te Wirt­schafts­jahr der GmbH

Das ers­te (Rumpf-)Wirt­schafts­jahr einer GmbH beginnt nicht (erst) mit der Ein­tra­gung der Gesell­schaft in das Han­dels­re­gis­ter, son­dern bereits mit der Auf­nah­me der Geschäfts­tä­tig­keit der Vor-GmbH.

Das ers­te Wirt­schafts­jahr der GmbH

Die Vor-GmbH ist mit der in das Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­ge­nen GmbH iden­tisch; auch steu­er­recht­lich wird die Vor­ge­sell­schaft als Kapi­tal­ge­sell­schaft behan­delt, sofern sie spä­ter als GmbH in das Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­gen wird 1. Auf die Vor-GmbH sind bereits die Vor­schrif­ten des GmbH-Rechts anzu­wen­den, soweit die­se nicht gera­de die Rechts­fä­hig­keit vor­aus­set­zen oder auf die beson­de­ren Umstän­de bzw. Ver­hält­nis­se des Grün­dungs­sta­di­ums kei­ne hin­rei­chen­de Rück­sicht neh­men 2.

Die Gesell­schaft hat daher nach § 242 Abs. 1 Satz 1, § 6 Abs. 1 HGB i.V.m. § 13 Abs. 3 GmbHG bereits zu Beginn ihres Han­dels­ge­wer­bes –und nicht erst mit ihrer Ein­tra­gung– eine Eröff­nungs­bi­lanz auf­zu­stel­len.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 3. Sep­tem­ber 2009 – IV R 38/​07

  1. BFH, Urteil vom 14.10.1992 – I R 17/​92, BFHE 169, 343, BSt­Bl II 1993, 352, m.w.N.[]
  2. BGH, Urteil vom 18.01.2000 – XI ZR 71/​99, BGHZ 143, 327, m.w.N.[]