Betriebs­aus­ga­ben­pau­scha­le bei Aus­lands­di­vi­den­den

Nach § 8b Abs. 7 KStG 1999 gel­ten 5% von den Divi­den­den aus Antei­len an einer aus­län­di­schen Gesell­schaft, die nach einem Abkom­men zur Ver­mei­dung der Dop­pel­be­steue­rung von der Kör­per­schaft­steu­er befreit sind, als Betriebs­aus­ga­ben, die mit den Divi­den­den in unmit­tel­ba­rem wirt­schaft­li­chem Zusam­men­hang ste­hen. Dar­aus wird in der Pra­xis der Finanz­ver­wal­tung gefol­gert, dass die­ser Betrag gemäß § 3c EStG 1997 (i.V.m. § 8 Abs. 1 KStG 1999) nicht abge­zo­gen wer­den darf. Die­se Fik­ti­on ist, so die Pra­xis der Finanz­ver­wal­tung, danach nicht davon abhän­gig, ob und in wel­cher Höhe der Ober­ge­sell­schaft tat­säch­lich Betriebs­aus­ga­ben ent­stan­den sind. Sie soll viel­mehr auch dann Anwen­dung fin­den, wenn die betref­fen­de Betei­li­gung von einer Organ­ge­sell­schaft gehal­ten wird.

Betriebs­aus­ga­ben­pau­scha­le bei Aus­lands­di­vi­den­den

Die­ser Auf­fas­sung der Finanz­ver­wal­tung hat der Bun­des­fi­nanz­hof nun aller­dings in zwei Urtei­len unter Bezug­nah­me auf die Urtei­le des Euro­päi­schen Gerichts­hofs in den Sachen "Bosal" und "Kel­ler Hol­ding" einen Rie­gel vor­ge­scho­ben und geur­teilt, dass sowohl § 8b Abs. 5 wie auch § 8b Abs. 7 KStG 1999 a.F./KStG 2002 a.F. gegen die gemein­schafts­recht­li­che Grund­frei­heit der frei­en Wahl der Nie­der­las­sung nach Art. 43, 48 EG ver­stößt.

§ 8b Abs. 7 KStG 1999 i.d.F. des StBereinG 1999 vom 22. Dezem­ber 1999 ver­stößt gegen die gemein­schafts­recht­li­che Grund­frei­heit der frei­en Wahl der Nie­der­las­sung nach Art. 52, 58 EGV, jetzt Art. 43, 48 EG.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 13. Juni 2006 – I R 78/​04

§ 8b Abs. 5 KStG 1999 a.F./KStG 2002 a.F. ver­stößt gegen die gemein­schafts­recht­li­che Grund­frei­heit der frei­en Wahl der Nie­der­las­sung nach Art. 43, 48 EG.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 9. August 2006 – I R 50/​05