Ein­künf­te aus Kapi­tal­ver­mö­gen aus einem als Eigen­be­trieb geführ­ten BgA

In einem von einer Kör­per­schaft des öffent­li­chen Rechts unter­hal­te­nen Betrieb gewerb­li­cher Art (BgA) führt die Auf­lö­sung von Rück­la­gen zu Zwe­cken außer­halb des BgA regel­mä­ßig zu Ein­künf­ten aus Kapi­tal­ver­mö­gen der Trä­ger­kör­per­schaft. Dies gilt auch für Gewin­ne des BgA, die im ers­ten Jahr der Gel­tung des Kör­per­schaft­steu­er­ge­setz­tes in der Fas­sung des Steu­er­sen­kungs­ge­set­zes vom 23. Okto­ber 2000 erwirt­schaf­tet wur­den. Die Annah­me, der Gewinn des Betrie­bes gewerb­li­cher Art und die Ein­künf­te aus Kapi­tal­ver­mö­gen wür­den gleich­zei­tig erzielt, gilt nicht für einen nach den Eigen­be­triebs­ge­set­zen der Län­der geführ­ten Betrieb gewerb­li­cher Art 1.

Ein­künf­te aus Kapi­tal­ver­mö­gen aus einem als Eigen­be­trieb geführ­ten BgA

Gewin­ne eines als Eigen­be­trieb geführ­ten BgA, deren Über­füh­rung in den all­ge­mei­nen Haus­halt noch nicht beschlos­sen wur­de und die auch nicht ohne einen ent­spre­chen­den Beschluss tat­säch­lich an die Trä­ger­kör­per­schaft zur all­ge­mei­nen Ver­wen­dung geleis­tet wur­den (vGA), füh­ren noch nicht zu Ein­künf­ten i.S. des § 20 Abs. 1 Nr. 10 Buchst. b EStG 2002, son­dern gel­ten als den Rück­la­gen zuge­führt.

In die Ver­wen­dungs­rech­nung des § 27 Abs. 1 Satz 3 KStG 2002 sind –von Kapi­tal­her­ab­set­zun­gen abge­se­hen– sämt­li­che Trans­fer­leis­tun­gen des Eigen­be­triebs an sei­ne Trä­ger­kör­per­schaft, die nicht auf der Grund­la­ge eines steu­er­lich anzu­er­ken­nen­den (fik­ti­ven) gegen­sei­ti­gen Ver­tra­ges erbracht wer­den, ein­zu­be­zie­hen. Allein der Aus­schüt­tungs­be­schluss führt zu einem Abfluss der ent­spre­chen­den Leis­tung beim BgA und damit zu einer Min­de­rung des steu­er­li­chen Ein­la­ge­kon­tos.

Der Kapi­tal­ertrag­steu­er wer­den sach­ver­halts­be­zo­gen nur ein­zel­ne Ein­künf­te unter­wor­fen. Das FG kann daher nicht im Wege der Sal­die­rung einen in einem Kapi­tal­ertrag­steu­er­be­scheid nicht ent­hal­te­nen Sach­ver­halt erfas­sen.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 16. Novem­ber 2011 – I R 108/​09

  1. Abgren­zung zu BFH, Urteil vom 11.07.2007 – I R 105/​05, BFHE 218, 327, BSt­Bl II 2007, 841[]