Gewinn­tan­tie­men als ver­deck­te Gewinn­aus­schüt­tung

Ver­spricht eine Kapi­tal­ge­sell­schaft ihrem Gesell­schaf­ter-Geschäfts­füh­rer eine Gewinn­tan­tie­me, die an den in der Han­dels­bi­lanz aus­ge­wie­se­nen Jah­res­über­schuss anknüpft, so ist dies im All­ge­mei­nen steu­er­lich nur anzu­er­ken­nen, wenn unter der (Mit-)Verantwortung des Gesell­schaf­ter-Geschäfts­füh­rers ange­fal­le­ne oder noch anfal­len­de Jah­res­fehl­be­trä­ge laut Han­dels­bi­lanz eben­falls in die Bemes­sungs­grund­la­ge der Tan­tie­me ein­be­zo­gen wer­den.

Gewinn­tan­tie­men als ver­deck­te Gewinn­aus­schüt­tung

Die Jah­res­fehl­be­trä­ge müs­sen hier­bei regel­mä­ßig vor­ge­tra­gen und durch zukünf­ti­ge Jah­res­über­schüs­se aus­ge­gli­chen wer­den; eine vor­her­ge­hen­de Ver­rech­nung mit einem etwa bestehen­den Gewinn­vor­trag laut Han­dels­bi­lanz darf in der Regel nicht vor­ge­nom­men wer­den.

Hier­von abwei­chen­de Tan­tie­mever­einbarun­gen füh­ren regel­mä­ßig zu einer vGA, und zwar in Höhe des Dif­fe­renz­be­trags zwi­schen der tat­säch­lich zu zah­len­den Tan­tie­me und der­je­ni­gen, die sich bei Berück­sich­ti­gung der noch nicht aus­ge­gli­che­nen Jah­res­fehl­be­trä­ge aus den Vor­jah­ren erge­ben hät­te.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 18. Sep­tem­ber 2007 – I R 73/​06