Kla­ge auch gegen die Fest­set­zung des Soli­da­ri­täts­zu­schlags?

Kla­ge­an­trag- und Revi­si­ons­an­trag kön­nen nicht dahin aus­ge­legt wer­den, dass der Soli­da­ri­täts­zu­schlag nur zum Zwe­cke der Bezeich­nung des ange­foch­te­nen Sam­mel­be­scheids auf­ge­führt wor­den ist, jedoch nicht Gegen­stand des Kla­ge­ver­fah­rens sein soll­te, wenn die fach­kun­dig ver­tre­te­ne Klä­ge­rin sowohl in der Kla­ge- als auch in der Revi­si­ons­schrift als Kla­ge­ge­gen­stän­de ("wegen") aus­drück­lich Kör­per­schaft­steu­er und Soli­da­ri­täts­zu­schlag benennt.

Kla­ge auch gegen die Fest­set­zung des Soli­da­ri­täts­zu­schlags?

Bei die­ser Sach­la­ge ist für eine ein­schrän­ken­de Aus­le­gung des Kla­ge- und Revi­si­ons­be­geh­rens der Klä­ge­rin kein Raum.

Die Kla­ge ist inso­weit jedoch unzu­läs­sig, da mit einer Kla­ge gegen den Soli­da­ri­täts­zu­schlag gemäß § 1 Abs. 5 Satz 1 des Soli­da­ri­täts­zu­schlag­ge­set­zes 1995 in der für die Streit­jah­re gel­ten­den Fas­sung weder die Bemes­sungs­grund­la­ge noch die Höhe des zu ver­steu­ern­den Ein­kom­mens ange­grif­fen wer­den kann 1.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 11. April 2018 – I R 34/​15

  1. vgl. BFH, Urteil vom 20.04.2011 – I R 2/​10, BFHE 233, 251, BSt­Bl II 2011, 761[]