Kör­per­schaft­steu­er­erhö­hung

Der Kör­per­schaft­steu­er­erhö­hungs­be­trag nach § 38 Abs. 5 KStG errech­net sich (nur) aus dem aus­schütt­ba­ren Gewinn, also dem Eigen­ka­pi­tal abzüg­lich des Nenn­ka­pi­tals (vgl. § 27 Abs. 1 Satz 5 KStG).

Kör­per­schaft­steu­er­erhö­hung

Gemäß § 38 Abs. 5 Satz 1 KStG beträgt der Kör­per­schaft­steu­er­erhö­hungs­be­trag 3/​100 des nach § 38 Abs. 4 Satz 1 fest­ge­stell­ten End­be­trags. Gemäß § 38 Abs. 5 Satz 2 KStG ist der Kör­per­schaft­steu­er­erhö­hungs­be­trag auf den Betrag begrenzt, der sich nach den Absät­zen 1 bis 3 als Kör­per­schaft­steu­er­erhö­hung erge­ben wür­de, wenn die Kör­per­schaft oder Per­so­nen­ver­ei­ni­gung ihr am 31.12.2006 oder an dem nach Absatz 4 Satz 2 maß­ge­ben­den Zeit­punkt bestehen­des Eigen­ka­pi­tal laut Steu­er­bi­lanz für eine Aus­schüt­tung ver­wen­den wür­de.

Der Kör­per­schaft­steu­er­erhö­hungs­be­trag ist gemäß § 38 Abs. 6 Satz 1 KStG inner­halb eines Zeit­raums von 2008 bis 2017 in zehn glei­chen Jah­res­be­trä­gen zu ent­rich­ten (Zah­lungs­zeit­raum), wenn nicht die Kör­per­schaft oder deren Rechts­nach­fol­ger nach § 38 Abs. 7 Satz 1 KStG die Ent­rich­tung in einer Sum­me bean­tragt. In die­sem Fall ist der Betrag nach Maß­ga­be des § 38 Abs. 7 Satz 3 KStG abzu­zin­sen.

§ 38 Abs. 5 Satz 2 KStG ent­hält eine Begren­zung des Kör­per­schaft­steu­er­erhö­hungs­be­trags der Höhe nach. Dabei bezieht sich die Rege­lung zwar einer­seits aus­drück­lich auf das "Eigen­ka­pi­tal laut Steu­er­bi­lanz"; sie greift dem­nach nicht auf das Eigen­ka­pi­tal nach der Han­dels­bi­lanz zurück 1. Den Geset­zes­ma­te­ria­li­en zufol­ge soll dies der Steu­er­ver­ein­fa­chung die­nen 2. Da zum Eigen­ka­pi­tal laut Steu­er­bi­lanz auch das Nenn­ka­pi­tal gehört, spricht die­ser Gesichts­punkt zunächst ein­mal für die Rechts­auf­fas­sung der Finanz­ver­wal­tung.

Ande­rer­seits legt die Rege­lung mit ihrer kon­di­tio­na­len Ver­knüp­fung "wenn die Kör­per­schaft … ihr … Eigen­ka­pi­tal laut Steu­er­bi­lanz für eine Aus­schüt­tung ver­wen­den wür­de" schon dem Wort­laut nach fest, dass nur das­je­ni­ge Eigen­ka­pi­tal in die Bemes­sungs­grund­la­ge ein­ge­hen soll, wel­ches – über­haupt – für eine Aus­schüt­tung zur Ver­fü­gung steht. Das Finanz­ge­richt Ham­burg ver­steht dies als Ver­wei­sung auf § 27 Abs. 1 Satz 5 KStG, wonach als aus­schütt­ba­rer Gewinn das um das gezeich­ne­te Kapi­tal gemin­der­te in der Steu­er­bi­lanz aus­ge­wie­se­ne Eigen­ka­pi­tal abzüg­lich des Bestands des steu­er­li­chen Ein­la­gen­kon­tos gilt. Dies muss dem­entspre­chend auch für § 38 Abs. 5 Satz 2 KStG gel­ten. Die Rege­lung lau­tet eben nicht: "Der Erhö­hungs­be­trag ist begrenzt auf 3/​7 des Eigen­ka­pi­tals laut Steu­er­bi­lanz".

Zu dem glei­chen Ergeb­nis gelangt auch Frot­scher 3 im Hin­blick auf den Sinn und Zweck der genann­ten Vor­schrift: Es sol­le die­je­ni­ge Kör­per­schaft­steu­er­erhö­hung als Höchst­gren­ze ermit­telt wer­den, die bei einer (fik­ti­ven) Aus­keh­rung des Eigen­ka­pi­tals ein­tre­ten wür­de. Auf die­se Wei­se lässt sich auch ver­mei­den, dass § 27 KStG und § 38 KStG im Hin­blick auf den "aus­schütt­ba­ren Gewinn" aus­ein­an­der­fal­len 4.

Finanz­ge­richt Ham­burg, Urteil vom 16. Novem­ber 2010 – 6 K 290/​09

  1. vgl. auch Danel­sing, in: Blü­mich, KStG, § 38 Rz. 34[]
  2. sie­he Begrün­dung des Regie­rungs­ent­wurfs zum Jah­res­steu­er­ge­setz 2008, BT-Drs. 16/​6290, 75[]
  3. in: Frotscher/​Maas, KStG, § 38 Rz. 54[]
  4. sie­he dazu auch: Dötsch, in: Dötsch/​Eversberg/​Jost/​Witt, Die Kör­per­schaft­steu­er, § 38 KStG Rz. 14a und 66, der die ander­wei­ti­ge Auf­fas­sung der Finanz­ver­wal­tung eben­falls für "nicht sach­lich über­zeu­gend" hält[]