Pfer­de­ren­nen sind nicht gemein­nüt­zig

Nach einem aktu­el­len Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs kön­nen Trab­ren­nen, die ein im Übri­gen wegen För­de­rung der Tier­zucht gemein­nüt­zi­ger und des­halb steu­er­be­frei­ter Ver­ein ver­an­stal­tet, – ent­ge­gen der bis­he­ri­gen Pra­xis der Finanz­ver­wal­tung – ein steu­er­pflich­ti­ger wirt­schaft­li­cher Geschäfts­be­trieb sein. Der Ver­ein hat­te gel­tend gemacht, die Trab­ren­nen sei­en als Leis­tungs­prü­fun­gen für die Zucht uner­läss­lich. Auch das Tier­zucht­ge­setz sehe der­ar­ti­ge Prü­fun­gen vor. Es han­de­le sich daher um rein züch­te­ri­sche Ver­an­stal­tun­gen, die als sog. Zweck­be­trieb eben­falls steu­er­be­freit sei­en.

Pfer­de­ren­nen sind nicht gemein­nüt­zig

Dem hat sich der BFH nicht ange­schlos­sen. Sei­ner Auf­fas­sung nach sind Trab­ren­nen vor allem sport­li­che Ver­an­stal­tun­gen und ein belieb­tes Frei­zeit­ver­gnü­gen. Pfer­de­ren­nen unter­schie­den sich nicht wesent­lich von ande­ren Sport­ver­an­stal­tun­gen wie Fuß­ball­spie­len, Box­ver­an­stal­tun­gen oder etwa Auto- und Rad­ren­nen. Gleich­wohl sei­en der­ar­ti­ge Ver­an­stal­tun­gen, wenn sie unter den­sel­ben Bedin­gun­gen durch­ge­führt wür­den, steu­er­pflich­tig. Fer­ner könn­ten der­ar­ti­ge Leis­tungs­prü­fun­gen auch ohne zah­len­des Publi­kum abge­hal­ten wer­den. Schon aus Wett­be­werbs- und Gleich­heits­grün­den gebe es kei­nen Anlass, den Pfer­de­sport zu begüns­ti­gen.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 22. April 2009 – I R 15/​07