Pri­va­te Pkw-Nut­zung durch den Gesell­schaf­ter-Geschäfts­füh­rer

Der Vor­teil aus der Pri­vat­nut­zung eines Fir­men­wa­gens ist bei einem Gesell­schaf­ter-Geschäfts­füh­rer einer GmbH nach einem aktu­el­len Urteil des Bun­des­fi­nanz­hofs nicht unter Anwen­dung der sog. 1%-Methode zu besteu­ern.

Pri­va­te Pkw-Nut­zung durch den Gesell­schaf­ter-Geschäfts­füh­rer

Es ist in der Pra­xis gang und gäbe, dass der Arbeit­ge­ber sei­nem Arbeit­neh­mer ein Fahr­zeug zur pri­va­ten Nut­zung zur Ver­fü­gung stellt. Beim Arbeit­ge­ber führt dies im Umfang der tat­säch­li­chen Betriebs­kos­ten zu abzugs­fä­hi­gen Betriebs­aus­ga­ben und beim dem Arbeit­neh­mer zu steu­er­pflich­ti­gem Arbeits­lohn, der im Regel­fall pau­schal für jeden Kalen­der­mo­nat mit 1 % des Lis­ten­prei­ses des Fahr­zeugs zu ver­steu­ern ist. Glei­cher­ma­ßen ist im Grund­satz zu ver­fah­ren, wenn dem Arbeit­neh­mer die Nut­zung unter­sagt ist, er das Fahr­zeug aber den­noch pri­vat nutzt.

Han­delt es sich in einem sol­chen Fall des Nut­zungs­ver­bots bei dem Arbeit­ge­ber um eine GmbH und bei dem Arbeit­neh­mer um deren Geschäfts­füh­rer und zugleich Gesell­schaf­ter, lie­gen die Din­ge kom­pli­zier­ter. Über einen sol­chen Fall hat­te der BFH jetzt zu ent­schei­den:

Die Betriebs­auf­wen­dun­gen stel­len dann bei der GmbH steu­er­pflich­ti­ge ver­deck­te Gewinn­aus­schüt­tun­gen dar, der Gesell­schaf­ter-Geschäfts­füh­rer ver­ein­nahmt kei­nen Arbeits­lohn, son­dern Kapi­tal­ein­künf­te. Die BFH bemisst die ver­deck­te Gewinn­aus­schüt­tung bei der GmbH nicht mit 1 % des Lis­ten­prei­ses, son­dern mit dem tat­säch­li­chen Ver­kehrs­wert des Nut­zungs­vor­teils und erhöht die­sen Wert noch um einen Gewinn­auf­schlag. Er weicht damit von der Finanz­ver­wal­tung ab, die die ver­deck­te Gewinn­aus­schüt­tung sowohl bei der GmbH als auch bei dem Gesell­schaf­ter-Geschäfts­füh­rer aus Ver­ein­fa­chungs­grün­den eben­falls mit 1 % des Lis­ten­prei­ses bewer­tet.

Im kon­kre­ten Fall ging es um den Gesell­schaf­ter-Geschäfts­füh­rer einer GmbH, der den Fir­men-Pkw, einen Jagu­ar XJR V8 mit einem Brut­to­lis­ten­preis von sei­ner­zeit rund 138 000 DM, pri­vat genutzt hat­te, obwohl ihm dies ver­trag­lich aus­drück­lich unter­sagt war.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 23. Janu­ar 2008 – I R 8/​06