Steu­er­freie Bera­tungs­leis­tun­gen an eine Kapi­tal­an­la­ge­ge­sell­schaft

Bera­tungs­leis­tun­gen, die ein Drit­ter gegen­über einer Kapi­tal­an­la­ge­ge­sell­schaft erbringt, die ein Son­der­ver­mö­gen für Wert­pa­pier­an­la­gen ver­wal­tet, kön­nen nach dem EuGH-Urteil GfBk als Ver­wal­tung von Son­der­ver­mö­gen umsatz­steu­er­frei sein [1].

Steu­er­freie Bera­tungs­leis­tun­gen an eine Kapi­tal­an­la­ge­ge­sell­schaft

Nach § 4 Nr. 8 Buchst. h UStG in sei­ner in den Streit­jah­ren 1999 bis 2002 gel­ten­den Fas­sung sind steu­er­frei „die Ver­wal­tung von Son­der­ver­mö­gen nach dem Gesetz über Kapi­tal­an­la­ge­ge­sell­schaf­ten und die Ver­wal­tung von Ver­sor­gungs­ein­rich­tun­gen im Sin­ne des Ver­si­che­rungs­auf­sichts­ge­set­zes“. Uni­ons­recht­lich beruht dies auf Art. 13 Teil B Buchst. d Nr. 6 der Richt­li­nie 77/​388/​EWG. Danach befrei­en die Mit­glied­staa­ten von der Steu­er „die Ver­wal­tung von durch die Mit­glied­staa­ten als sol­che defi­nier­ten Son­der­ver­mö­gen durch Kapi­tal­an­la­ge­ge­sell­schaf­ten“.

Nach dem EuGH, Urteil GfBk fal­len die von einem Drit­ten gegen­über einer KAG als Ver­wal­te­rin eines Son­der­ver­mö­gens erbrach­ten Bera­tungs­dienst­leis­tun­gen für Wert­pa­pier­an­la­gen unter den Begriff „Ver­wal­tung von Son­der­ver­mö­gen durch Kapi­tal­an­la­ge­ge­sell­schaf­ten“. Der EuGH führt hier­für an, dass „Leis­tun­gen, die in der Abga­be von Emp­feh­lun­gen zum An- und Ver­kauf von Ver­mö­gens­wer­ten gegen­über einer KAG bestehen, eine enge Ver­bin­dung zu der spe­zi­fi­schen Tätig­keit einer KAG auf­wei­sen“ [2], und „dass der Umstand, dass Bera­tungs- und Infor­ma­ti­ons­leis­tun­gen nicht in Anhang – II der Richt­li­nie 85/​611 in der durch die Richt­li­nie 2001/​107 geän­der­ten Fas­sung auf­ge­führt sind“, der Steu­er­frei­heit nicht ent­ge­gen­steht [3]. Gegen die Steu­er­frei­heit spre­che auch nicht, „dass die von einem Drit­ten erbrach­ten Bera­tungs- und Infor­ma­ti­ons­leis­tun­gen kei­ne Ände­rung der recht­li­chen oder finan­zi­el­len Lage des Fonds bewir­ken“ [4]; wei­ter sei für die Steu­er­frei­heit uner­heb­lich, dass es „Sache der frag­li­chen KAG war, die von der GfBk abge­ge­be­nen Emp­feh­lun­gen zum An- und Ver­kauf von Ver­mö­gens­wer­ten nach Über­prü­fung ihrer Ver­ein­bar­keit mit den Anla­ge­gren­zen umzu­set­zen“ [5], und dass die Steu­er­frei­heit der durch einen Bera­ter an die KAG erbrach­ten Leis­tun­gen auch nicht zu einem Ver­stoß gegen den Grund­satz der Neu­tra­li­tät führt [6].

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 11. April 2013 – V R 51/​10

  1. Anschluss an EuGH, Urteil vom 07.03.2013 – C‑275/​11 [GfBk][]
  2. EuGH, Urteil GfBk Rdnr. 24[]
  3. EuGH, Urteil GfBk Rdnr. 25[]
  4. EuGH, Urteil GfBk Rdnr. 26[]
  5. EuGH, Urteil GfBk Rdnr. 27[]
  6. EuGH, Urteil GfBk Rdnrn. 29 ff.[]