Steu­er­pflicht für aus­län­di­sche Renn­stäl­le im Motorsprot

"Wer­ben­de" aus­län­di­sche Motor­sport-Renn­teams unter­lie­gen, wenn Sie in Deutsch­land an Ren­nen teil­neh­men, der deut­schen Steu­er­pflicht. Eine aus­län­di­sche Kapi­tal­ge­sell­schaft, die als Motor­sport-Renn­team Renn­wa­gen und Fah­rer in einer inter­na­tio­na­len Renn­se­rie ein­setzt, erbringt eine eigen­stän­di­ge sport­li­che Dar­bie­tung. Sie ist auf die­ser Grund­la­ge mit ihrer antei­lig auf inlän­di­sche Ren­nen ent­fal­len­den Ver­gü­tung für Wer­be­leis­tun­gen (auf den Hel­men und Renn­an­zü­gen der Fah­rer und auf den Renn­wa­gen auf­ge­brach­te Wer­bung) beschränkt steu­er­pflich­tig, was wie­der­um eine Abzug­steu­er­pflicht für den Ver­gü­tungs­schuld­ner aus­löst.

Steu­er­pflicht für aus­län­di­sche Renn­stäl­le im Motorsprot

Motor­sport-Renn­teams erbrin­gen bei den Ren­nen gemein­hin Wer­be­leis­tun­gen durch das Abbil­den von Fir­men­lo­gos auf den Hel­men und Renn­an­zü­gen der Fah­rer und auf den Renn­fahr­zeu­gen. Der Bun­des­fi­nanz­hof hat dazu ent­schie­den, dass sol­che Wer­be­leis­tun­gen im Inland der beschränk­ten Steu­er­pflicht unter­fal­len, wenn sie im Rah­men inlän­di­scher Motor­sport­ver­an­stal­tun­gen durch ein aus­län­di­sches Renn­team erbracht wer­den: Die sport­li­che Dar­bie­tung des Renn­teams und die Wer­be­leis­tun­gen bil­den dann eine Ein­heit, die die Steu­er­pflicht aus­löst. Der inlän­di­sche Ver­an­stal­ter ist des­we­gen als sog. Ver­gü­tungs­schuld­ner ver­pflich­tet, die anfal­len­de Steu­er (als Abzug­steu­ern nach § 50a Abs. 4 EStG) bei Aus­zah­lung des Hono­rars ein­zu­be­hal­ten und an das Finanz­amt abzu­füh­ren.

Kon­kret betraf das ein deut­sches Unter­neh­men, das mit einem aus­län­di­schen Motor­sport-Renn­team Ver­trä­ge über die Wer­be­zu­sam­men­ar­beit geschlos­sen hat­te. Das Renn­team nahm mit zwei Fah­rern an einer inter­na­tio­na­len Sport­wa­gen-Renn­se­rie teil. Es warb auf den Fahr­zeu­gen und auf den Hel­men und Over­alls der Fah­rer für das deut­sche Unter­neh­men. Die­ses wie­der­um durf­te den Namen des Renn­teams nut­zen.

Nach den Ver­ein­ba­run­gen soll­te das Renn­team wäh­rend der Ren­nen und Pro­mo­ti­on-Ver­an­stal­tun­gen den Fir­men­schrift­zug des Unter­neh­mens auf den Renn­wa­gen der jeweils aktu­el­len Renn­sai­son sowie auf den Hel­men und Over­alls der Fah­rer sowie des Renn­teams abbil­den. Dar­über hin­aus soll­te die­ser Fir­men­schrift­zug u.a. auf der Boxen­ver­klei­dung und den Trans­por­tern ange­bracht sein; im Übri­gen war Wer­bung in den Pres­se­map­pen, im Renn­sport­ma­ga­zin des Renn­teams und auf der Inter­net­sei­te des Renn­teams ver­ein­bart. Das Renn­team wie­der­um gestat­te­te dem Unter­neh­men für die Dau­er der Ver­trags­lauf­zeit die (welt­wei­te) Nut­zung ihres Namens, ihres Logos sowie von Fotos der Renn­wa­gen, der Fah­rer und des Teams zu Wer­be­zwe­cken außer­halb der Ren­nen. Das Unter­neh­men zahl­te jähr­lich einen Geld­be­trag und stell­te eige­ne Pro­duk­te kos­ten­los zur Ver­fü­gung.

Das Finanz­amt erließ einen (Sammel-)Nachforderungsbescheid über im Abzugs­we­ge (§ 50a Abs. 4 Nr. 1 EStG 1997) zu erhe­ben­de Kör­per­schaft­steu­er und Soli­da­ri­täts­zu­schlä­ge. Zah­lun­gen, die das Unter­neh­men für das Tra­gen der Wer­be­auf­schrif­ten auf den Fahr­zeu­gen und der Beklei­dung der Fah­rer im Zusam­men­hang mit inlän­di­schen Ren­nen erbracht habe, unter­lä­gen der Abzug­steu­er, da das Renn­team nach § 49 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. d EStG 1997 beschränkt steu­er­pflich­tig sei.

Zu Recht, wie jetzt der Bun­des­fi­nanz­hof befand:

Das Renn­team als Kör­per­schaft, die weder ihre Geschäfts­lei­tung noch ihren Sitz im Inland hat­te, war beschränkt steu­er­pflich­tig i.S. des § 2 Nr. 1 KStG 1996, da die streit­ge­gen­ständ­li­chen Ver­gü­tun­gen des Unter­neh­mens zu steu­er­pflich­ti­gen inlän­di­schen Ein­künf­ten gemäß § 49 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. d EStG 1997 (i.V.m. § 8 Abs. 1 KStG 1996) geführt haben. Über die auf die­ser Grund­la­ge zu erhe­ben­de Abzug­steu­er konn­te das Finanz­amt einen Nach­for­de­rungs­be­scheid erlas­sen.

Die Kör­per­schaft­steu­er wird bei beschränkt steu­er­pflich­ti­gen Kör­per­schaf­ten und Ein­künf­ten i.S. des § 49 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. d EStG 1997 im Wege des Steu­er­ab­zugs erho­ben (§ 50a Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 EStG 1997). Der Ver­gü­tungs­schuld­ner muss den Steu­er­ab­zug für Rech­nung des beschränkt steu­er­pflich­ti­gen Ver­gü­tungs­gläu­bi­gers vor­neh­men und die ein­be­hal­te­ne Steu­er an das zustän­di­ge Finanz­amt abfüh­ren (§ 50a Abs. 5 Sät­ze 2 und 3 EStG 1997). Da der Steu­er­ab­zug von abkom­mens­recht­li­chen Rege­lun­gen zur Ver­mei­dung einer Dop­pel­be­steue­rung nicht berührt wird (§ 50d Abs. 1 EStG 1997) und eine zuguns­ten des Renn­teams erteil­te Frei­stel­lungs­be­schei­ni­gung (§ 50d Abs. 3 EStG 1997) nicht vor­lag, bestand für das Unter­neh­men Klä­ge­rin eine Ver­pflich­tung zur Ein­be­hal­tung der Abzug­steu­er (§ 50a Abs. 5 EStG 1997). Die­ser Pflicht und der ent­spre­chen­den Steu­er­an­mel­dungs- und Abfüh­rungs­pflicht ist sie nicht nach­ge­kom­men.

Bei einer Ver­let­zung der Abzugs­pflicht kann der Ver­gü­tungs­schuld­ner in Haf­tung genom­men wer­den (§ 50a Abs. 5 Satz 5 EStG 1997; § 73g ESt­DV; § 191 Abs. 1 Satz 1 AO) oder es kann ein Nach­er­he­bungs­be­scheid i.S. des § 167 Abs. 1 Satz 1 AO (Ver­let­zung der Anmel­dungs­pflicht des § 150 Abs. 1 Satz 3 AO i.V.m. § 50a Abs. 5 EStG 1997 und § 73e Satz 2 ESt­DV) erge­hen 1. Die for­mel­le Recht­mä­ßig­keit des streit­ge­gen­ständ­li­chen Nach­er­he­bungs­be­scheids ist unter den Betei­lig­ten nicht umstrit­ten; ins­be­son­de­re durf­te das Finanz­amt in dem Bescheid die Besteue­rungs­grund­la­gen nach § 162 Abs. 2 Satz 1 AO schät­zen, da das Unter­neh­men eine ent­spre­chen­de Steu­er­an­mel­dung i.S. des § 50a Abs. 5 EStG 1997 nicht abge­ge­ben hat­te. Der Bun­des­fi­nanz­hof sieht in die­sem Zusam­men­hang von wei­te­ren Aus­füh­run­gen ab.

Das Renn­team erziel­te aus der Wer­be­tä­tig­keit gewerb­li­che Ein­künf­te i.S. des § 15 EStG 1997. Die­se unter­fal­len § 50a Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 i.V.m. § 49 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. d EStG 1997 (i.V.m. § 49 Abs. 1 KStG 1996), da sie Ent­gelt für Leis­tun­gen dar­stel­len, die im Zusam­men­hang stan­den mit Ein­künf­ten, die durch im Inland aus­ge­üb­te sport­li­che Dar­bie­tun­gen erzielt wur­den. Auf die­ser Grund­la­ge unter­fie­len die Ein­künf­te dem Steu­er­ab­zug.

§ 50a Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 EStG 1997 erfasst (i.V.m. § 49 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. d EStG 1997) gewerb­li­che Ein­künf­te, die u.a. durch sport­li­che Dar­bie­tun­gen im Inland erzielt wer­den, ein­schließ­lich der Ein­künf­te aus ande­ren mit die­sen Leis­tun­gen zusam­men­hän­gen­den Leis­tun­gen, bzw. (seit der Ände­rung durch das Steu­er­ent­las­tungs­ge­setz 1999/​2000/​2002 2) gewerb­li­che Ein­künf­te, die durch im Inland aus­ge­üb­te oder ver­wer­te­te u.a. sport­li­che Dar­bie­tun­gen erzielt wer­den, ein­schließ­lich der Ein­künf­te aus ande­ren mit die­sen Leis­tun­gen zusam­men­hän­gen­den Leis­tun­gen.

Bezugs­punkt für Ein­künf­te i.S. der §§ 49 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. d, 50a Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 EStG 1997 ist eine sport­li­che Dar­bie­tung, die einen Inlands­be­zug auf­weist. Das Renn­team erbringt eine sol­che Dar­bie­tung, soweit im Inland Ren­nen die­ser Renn­se­rie statt­fin­den.

Wesent­li­cher Bestand­teil des gesetz­li­chen Tat­be­stands­merk­mals der "(aus­ge­üb­ten) sport­li­chen Dar­bie­tung" ist eine Tätig­keit, die dem Sport­be­griff zuge­ord­net wer­den kann 3. Es ist zwi­schen den Betei­lig­ten nicht strei­tig und unter­liegt auch kei­nem wei­te­ren Zwei­fel, dass Renn­fah­rer wäh­rend eines Auto­ren­nens eine sport­li­che Tätig­keit aus­üben 4.

Der gesetz­li­che Tat­be­stand erfor­dert aller­dings auch eine Dar­bie­tung der sport­li­chen Betä­ti­gung, die wie­der­um sowohl durch den Aus­üben­den (den Sport­ler) als auch einen Drit­ten erfol­gen kann 5. Dies erfor­dert eine außen­wirk­sa­me bzw. in der Öffent­lich­keit wahr­nehm­ba­re Betä­ti­gung, die ins­be­son­de­re dann vor­liegt, wenn die sport­li­che Akti­vi­tät vor Publi­kum oder im Wett­be­werb statt­fin­det 6. Im Streit­fall liegt (auch) eine sport­li­che Dar­bie­tung durch das Renn­team vor.

Das Finanz­ge­richt hat in der Vor­in­stanz unter dem Gesichts­punkt eines per­so­nel­len Zusam­men­hangs zwi­schen der Wer­be­leis­tung (des Renn­teams) und der sport­li­chen Dar­bie­tung (der Renn­fah­rer) aus­ge­führt, die sport­li­che Haupt­leis­tung wie auch die in den Tat­be­stand ein­be­zo­ge­ne Neben­leis­tung wür­den vom sel­ben Anbie­ter und damit "aus einer Hand" erbracht: Das Renn­team set­ze für die Durch­füh­rung der Ren­nen bei ihm als Arbeit­neh­mer ange­stell­te Renn­fah­rer ein; auch wenn der Titel bei der Fah­rer­wer­tung an die Fah­rer ver­ge­ben wer­de, wür­den auch die Teams im Rah­men der Kon­struk­teurs­wer­tung an den Renn­ver­an­stal­tun­gen teil­neh­men. Im Übri­gen sei im Motor­sport die sport­li­che Leis­tung des Fah­rers so eng mit sei­nem Renn­team ver­bun­den, dass das Team und der inso­weit wei­sungs­ge­bun­de­ne Fah­rer nur als Ein­heit ange­se­hen wer­den könn­ten.

Die­se Fest­stel­lun­gen des Finanz­ge­richt zu einem durch die Wett­be­werbs­ab­spra­chen ("Fah­rer- und Kon­struk­teurs­wer­tung") beding­ten unauf­lös­ba­ren Zusam­men­hang zwi­schen der sport­li­chen Tätig­keit des Renn­fah­rers und des Renn­teams recht­fer­ti­gen es, (auch) das Renn­team als Zuord­nungs­sub­jekt der (ein­heit­li­chen) sport­li­chen Dar­bie­tung anzu­se­hen. Dass das Renn­team inso­weit –bezo­gen auf die­se sport­li­che Dar­bie­tung– von des Unter­neh­mens nicht aus­drück­lich ver­gü­tet wird, berührt nicht den Umstand, dass auch das Renn­team "dem Grun­de nach" den Tat­be­stand des § 49 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. d EStG 1997 erfüllt.

Bei den von dem Renn­team erbrach­ten und hier streit­be­fan­ge­nen Leis­tun­gen han­del­te es sich um mit den sport­li­chen Dar­bie­tun­gen "zusam­men­hän­gen­de Leis­tun­gen" i.S. des § 50a Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 EStG 1997.

Es unter­liegt kei­nem Streit, dass Leis­tun­gen für meh­re­re von einem beschränkt steu­er­pflich­ti­gen Ver­gü­tungs­gläu­bi­ger zu erbrin­gen­de Leis­tun­gen –auch wenn sie auf einer ein­heit­li­chen Ver­ein­ba­rung beru­hen– zu unter­schied­li­chen Ein­künf­ten füh­ren kön­nen und daher auf­zu­tei­len sind, sofern nicht einer Leis­tung eine nur unter­ge­ord­ne­te Bedeu­tung zukommt 7. Die sach­li­che Zuord­nung eines Teils der von des Unter­neh­mens an das Renn­team gezahl­ten Gesamt­ver­gü­tung zur Wer­be­tä­tig­keit des Renn­teams ist nicht im Streit. Eben­falls ist zu Recht nicht im Streit, dass eine sach­li­che Zuord­nung eines Teils der Ver­gü­tung zum Inland durch eine ver­hält­nis­mä­ßi­ge Auf­tei­lung nach der Anzahl der jewei­li­gen inlän­di­schen bzw. aus­län­di­schen Renn­ver­an­stal­tun­gen statt­fin­den kann.

Von einer i.S. des § 50a Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 EStG 1997 mit einer (u.a.) sport­li­chen Leis­tung zusam­men­hän­gen­den Leis­tung kann nach der Recht­spre­chung des erken­nen­den BFHs nur gespro­chen wer­den, wenn ein sach­li­cher und ein per­so­nel­ler Zusam­men­hang mit der (u.a.) sport­li­chen Haupt­leis­tung besteht. Dabei muss mit Blick auf die­sen per­so­nel­len Zusam­men­hang sowohl die (u.a. sport­li­che) Haupt­leis­tung als auch die in den Tat­be­stand aus­drück­lich ein­be­zo­ge­ne Neben­leis­tung von dem­sel­ben Anbie­ter –und sonach "aus einer Hand"– erbracht wer­den. Es muss eine durch eine Gesamt­ver­gü­tung ent­gol­te­ne Gesamt­leis­tung des Dar­bie­ten­den vor­lie­gen, die es recht­fer­tigt, die damit "kon­ne­xen" 8 Neben­leis­tun­gen eben­falls als steu­er­ab­zugs­pflich­ti­ge Ver­gü­tung zu erfas­sen 9.

Im Streit­fall besteht eine gegen­über des Unter­neh­mens durch das Renn­team erbrach­te Gesamt­leis­tung, die, soweit sie ver­gü­tet wird (streit­ge­gen­ständ­lich: die Wer­be­leis­tung des Renn­teams), der Abzug­steu­er unter­fällt. Es besteht ein unmit­tel­ba­rer (sach­li­cher wie zeit­li­cher) Zusam­men­hang zwi­schen der sport­li­chen Dar­bie­tung und der Wer­be­leis­tung des Renn­teams. Letz­te­re weist –in Abgren­zung zum Sach­ver­halt übli­cher Wer­be­leis­tun­gen– die Beson­der­heit auf, dass das Renn­team eine kon­kret auf die Renn­se­rie bezo­ge­ne Wer­bung durch­ge­führt hat, indem die Fahr­zeu­ge, Hel­me und Klei­dungs­stü­cke mit dem Fir­men­zei­chen des Unter­neh­mens bei den Ren­nen ein­ge­setzt bzw. getra­gen wor­den sind. Inso­weit kommt es nicht dar­auf an, ob das Pro­dukt, für das gewor­ben wird, für die sport­li­che Dar­bie­tung ein­ge­setzt wird, wie dies bei der Wer­bung im Rah­men von sog. Aus­rüs­tungs­ver­trä­gen 10 der Fall ist. Es wird auch nicht eine Wer­be­leis­tung ohne wei­ter gehen­de Tätig­kei­ten erbracht, die –häu­fig auf der Grund­la­ge lang­fris­ti­ger Miet­ver­trä­ge– ledig­lich anläss­lich einer sport­li­chen Dar­bie­tung erfolgt und als selb­stän­di­ge Leis­tungs­er­brin­gung neben die jewei­li­ge Dar­bie­tung bzw. Ver­wer­tung der Sport­ver­an­stal­tung tritt 11. Viel­mehr ist das Renn­team ver­trag­lich ver­pflich­tet, die Fir­men­lo­gos des Unter­neh­mens anzu­brin­gen und für einen ver­trags­ge­mä­ßen Ein­satz der gekenn­zeich­ne­ten Sport­ge­rä­te und (Team- bzw. Fahrer-)Bekleidung wäh­rend der gesam­ten Renn­sai­son zu sor­gen 12.

Wenn damit die Wer­be­leis­tung auf die kon­kre­te sport­li­che Dar­bie­tung bezo­gen ist, kann von einem 13 Rück­schluss von einem per­so­nel­len auf einen sach­li­chen Zusam­men­hang nicht die Rede sein. Viel­mehr liegt, da die Wer­be­leis­tung durch die Kenn­zeich­nung des Sport­ge­räts etc. ver­mit­telt wird und damit nur durch den Dar­bie­ten­den als sol­chen erbracht wer­den kann, eine Ein­heit der sport­li­chen Dar­bie­tung und der Wer­be­leis­tung vor, die den sach­li­chen Zusam­men­hang begrün­det 14.

Ob, wie das Unter­neh­men vor­ge­tra­gen hat, im Zeit­punkt des jewei­li­gen Ver­trags­schlus­ses noch nicht abseh­bar gewe­sen sei, dass es zu Ren­nen in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land 15 kom­men wer­de, und dass sie die Ver­ein­ba­rung auch abge­schlos­sen hät­te, wenn es tat­säch­lich nicht zu die­sen Ren­nen gekom­men wäre, steht der Abzug­steu­er­pflicht nicht ent­ge­gen. Denn der Tat­be­stand, an den das Gesetz die Ent­ste­hung der Steu­er (hier: die Abzug­steu­er­pflicht des Unter­neh­mens als Fol­ge der beschränk­ten Steu­er­pflicht des Renn­teams) knüpft, hängt von den tat­säch­lich ver­wirk­lich­ten Sach­um­stän­den (hier: den tat­säch­lich absol­vier­ten Ren­nen in Deutsch­land) ab.

Ent­ge­gen der Ansicht des Unter­neh­mens wider­spricht die­ses Ergeb­nis einem im Abzugs­ver­fah­ren nach § 50a EStG 1997 bestehen­den Bedürf­nis nach einer kla­ren Erkenn­bar­keit einer Abzugs­pflicht nicht. Zwar hat der Bun­des­fi­nanz­hof 16 im Zusam­men­hang mit der Fra­ge, ob inter­ne Ver­ein­ba­run­gen des Ver­gü­tungs­gläu­bi­gers mit Drit­ten die Abzug­steu­er­pflicht beein­flus­sen kön­nen, aus­ge­führt, der Ver­gü­tungs­schuld­ner müs­se erken­nen kön­nen, ob die tat­be­stand­li­chen Vor­aus­set­zun­gen der Vor­schrift erfüllt sind und er Steu­ern ein­zu­be­hal­ten und an das Finanz­amt abzu­füh­ren hat. In einer der dor­ti­gen Situa­ti­on ver­gleich­ba­ren Lage befand sich das Unter­neh­men jedoch nicht. Die Ver­ein­ba­rung mit dem Renn­team bot eine aus­rei­chend kla­re Grund­la­ge, eine Abzug­steu­er­pflicht zu erken­nen und dem jewei­li­gen Abzug­steu­er­tat­be­stand im Wege einer eigen­stän­di­gen Schät­zung einen Ver­gü­tungs­an­teil zuzu­ord­nen.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 6. Juni 12 – I R 3/​11

  1. s. z.B. BFH, Beschlüs­se vom 18.03.2009 – I B 210/​08, BFH/​NV 2009, 1237; und I B 229/​08[]
  2. vom 24.03.1999, BGBl I 1999, 402, BSt­Bl I 1999, 304[]
  3. z.B. Gosch in Kirch­hof, EStG, 11. Aufl., § 49 Rz 26[]
  4. s. nur Hidi­en in Kirchhof/​Söhn/​Mellinghoff, EStG, § 49 Rz E 275[]
  5. s. z.B. Hidi­en in Kirchhof/​Söhn/​Mellinghoff, a.a.O., § 49 Rz E 263, 288 ff., insb. 295; Maß­baum in Herrmann/​Heuer/​Raupach, § 49 EStG Rz 532; Holt­haus, Aus­län­di­sche Künst­ler und Sport­ler im Steu­er­recht, 2011, S. 22 f.[]
  6. z.B. Hidi­en in Kirchhof/​Söhn/​Mellinghoff, a.a.O., § 49 Rz E 289 und 294 ["Auto­ren­nen"]; Maß­baum in Herrmann/​Heuer/​Raupach, § 49 EStG Rz 531[]
  7. BFH, Beschluss vom 07.09.2011 – I B 157/​10, BFHE 235, 215, BFH/​NV 2012, 95; s.a. BFH, Urtei­le vom 28.01.2004 – I R 73/​02, BFHE 205, 174, BSt­Bl II 2005, 550; und vom 19.12.2007 – I R 19/​06, BFHE 220, 160, BSt­Bl II 2010, 398[]
  8. vgl. Hidi­en in Kirchhof/​Söhn/​Mellinghoff, a.a.O., § 49 Rz E 395[]
  9. stän­di­ge Recht­spre­chung, s. BFH, Urtei­le vom 16.05.2001 – I R 64/​99, BFHE 196, 210, BSt­Bl II 2003, 641; vom 17.11.2004 – I R 20/​04, BFH/​NV 2005, 892; vom 28.07.2010 – I R 93/​09, BFH/​NV 2010, 2263; vom 16.11.2011 – I R 65/​10, BFH/​NV 2012, 924; s.a. Maß­baum in Herrmann/​Heuer/​Raupach, § 49 EStG Rz 548; Gosch in Kirch­hof, a.a.O., § 49 Rz 30; Hidi­en in Kirchhof/​Söhn/​Mellinghoff, a.a.O., § 49 Rz E 411 ff.; Schmidt/​Loschelder, EStG, 31. Aufl., § 49 Rz 43; Blümich/​Wied, § 49 EStG Rz 118; Ehlig, Inter­na­tio­na­les Steu­er­recht 2010, 504, 507 f.[]
  10. dazu BMF, Schrei­bem vom 23.01.1996, BSt­Bl I 1996, 89, Tz.02.02.03.1[]
  11. s. zur sog. Ban­den­wer­bung: BFH, Urteil in BFHE 196, 210, BSt­Bl II 2003, 641[]
  12. s. zur inso­weit ver­gleich­ba­ren Situa­ti­on sog. Tri­kot­wer­bung auch Schauhoff/​Cordewener/​Schlotter, Besteue­rung aus­län­di­scher Künst­ler und Sport­ler in der EU, 2008, S. 9; eben­so Blümich/​Wied, § 49 EStG Rz 119[]
  13. unzu­läs­si­gen[]
  14. s. inso­weit auch z.B. BFH, Beschluss vom 21.04.1999 – I B 99/​98, BFHE 188, 372, BSt­Bl II 2000, 254[]
  15. Deutsch­land[]
  16. BFH/​NV 2012, 924[]