Über­do­tie­rung einer Grup­pen­un­ter­stüt­zungs­kas­se

Die Fra­ge der Über­do­tie­rung i.S. von § 5 Abs. 1 Nr. 3 Buchst. e KStG 2002 und das Recht zur Aus­keh­rung von Ver­mö­gens­wer­ten gemäß § 6 Abs. 6 KStG 2002 ist auch bei Grup­pen­un­ter­stüt­zungs­kas­sen nicht seg­ment­be­zo­gen, son­dern auf der Grund­la­ge einer kas­sen­ori­en­tier­ten Betrach­tung zu beur­tei­len 1.

Über­do­tie­rung einer Grup­pen­un­ter­stüt­zungs­kas­se

Soweit der Bun­des­fi­nanz­hof bis­her 1 offen gelas­sen hat, ob dann eine unschäd­li­che Aus­keh­rung von Ver­mö­gens­wer­ten an die Trä­ger­un­ter­neh­men ange­nom­men wer­den kann, wenn die Ver­mö­gens­über­tra­gung im Zusam­men­hang mit einer Ände­rung des Durch­füh­rungs­wegs der betrieb­li­chen Alters­ver­sor­gung steht, konn­te es der Bun­des­fi­nanz­hof auch in dem hier ent­schie­de­nen Fall ver­mei­den, hier­auf ein­zu­ge­hen, weil hier den Ver­mö­gens­über­tra­gun­gen in zumin­dest drei Fäl­len kei­ne Leis­tungs­ver­spre­chen der Trä­ger­un­ter­neh­men zugrun­de lagen.

Eine Ände­rung des Durch­füh­rungs­wegs der Alters­ver­sor­gung ist damit aus­ge­schlos­sen. Eine ande­re Beur­tei­lung ist auch nicht des­halb gebo­ten, weil die Unter­stüt­zungs­kas­se die Ansicht ver­tritt, dass mit der Been­di­gung der Ver­trä­ge sowie der Ver­eins­mit­glied­schaf­ten der Trä­ger­un­ter­neh­men die­sen Unter­neh­men zivil­recht­li­che Her­aus­ga­be­an­sprü­che (§ 812 Abs. 1 Satz 2 BGB) gegen die Unter­stüt­zungs­kas­se zuge­stan­den hät­ten. Der Bun­des­fi­nanz­hof hat hier­auf nicht wei­ter ein­zu­ge­hen, da es Sache der Unter­stüt­zungs­kas­se ist, ihr zivil­recht­li­chen Rechts­be­zie­hun­gen so zu regeln, dass sie den Anfor­de­run­gen an die begehr­te Kör­per­schaft­steu­er­frei­heit genü­gen.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 18. August 2015 – I R 66/​13

  1. BFH, Urteil vom 26.11.2014 – I R 37/​13, BFHE 248, 158[][]