Fahr­schein­ra­bat­te für Bahn­pen­sio­nä­re

Erhält ein Arbeit­neh­mer auf Grund sei­nes Dienst­ver­hält­nis­ses Waren oder Dienst­leis­tun­gen, die vom Arbeit­ge­ber nicht über­wie­gend für den Bedarf sei­ner Arbeit­neh­mer her­ge­stellt, ver­trie­ben oder erbracht wer­den und deren Bezug nicht pau­schal ver­steu­ert wird, so sind die sich aus einer ver­bil­lig­te Abga­be für den Arbeit­neh­mer erge­ben­den Vor­tei­le steu­er­frei, sofern sie (nach Abzug der von ihm gezahl­ten Ent­gel­te) ins­ge­samt 1 080 € im Kalen­der­jahr nicht über­stei­gen, § 8 Abs. 2 Satz 2.

Fahr­schein­ra­bat­te für Bahn­pen­sio­nä­re

Die­ser Rabatt­frei­be­trag des § 8 Abs. 3 S. 2 EStG gilt nach einem Urteil des Nie­der­säch­si­schen Finanz­ge­richts jedoch nicht für Fahr­preis­ver­güns­ti­gun­gen, die ein ehe­ma­li­ger Bahn­be­am­ter der Bun­des­be­hör­de Bun­des­ei­sen­bahn­ver­mö­gen von der Deut­schen Bahn AG erhält.

Nach Ansicht der Han­no­ve­ra­ner Finanz­rich­ter lie­gen bei den Bahn­be­am­ten die Vor­aus­set­zun­gen des § 8 Abs. 3 S. 2 EStG nicht vor. Wie sich bereits aus dem Wort­laut der inso­weit ein­deu­tig for­mu­lier­ten und nicht wei­ter aus­le­gungs­fä­hi­gen Norm erge­be und wie auch der BFH in stän­di­ger Recht­spre­chung erken­ne, wer­den von der Befrei­ung nur sol­che Zuwen­dun­gen erfasst, die dem Arbeit­neh­mer von sei­nem Arbeit­ge­ber zuflie­ßen. Wer­den die Vor­tei­le dage­gen von Drit­ten gewährt, grei­fe die Steu­er­be­frei­ung selbst dann nicht ein, wenn der Zuwen­den­de als kon­zern­an­ge­hö­ri­ges Unter­neh­men dem Arbeit­ge­ber nahe steht 1.

Im Streit­fall sei­en aber, so das Finanz­ge­richt, Arbeit­ge­ber und Zuwen­den­der nicht iden­tisch. Wäh­rend der Klä­ger dem Bun­des­ei­sen­bahn­ver­mö­gen ange­hör­te und von ihm sei­ne Pen­si­ons­be­zü­ge bezog, erhielt er die Fahr­preis­ver­güns­ti­gun­gen von der DB AG.

Das Urteil ist noch nicht rechts­kräf­tig, es wur­de Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de zum Bun­des­fi­nanz­hof ein­ge­legt (VI B 111/​08).

Nie­der­säch­si­sches Finanz­ge­richt, Urteil vom 8. Okto­ber 2008 – 1 K 264/​05

  1. vgl. z. B. BFH, Urtei­le vom 28.08.2002 VI R 88/​99, BSt­Bl II 2003, 154; vom 08.11.1996 VI R 100/​95, BSt­Bl II 1997, 330[]