Abfin­dung – und die Entgeltumwandlung

Wird ein Teil der Abfin­dung eines Arbeit­neh­mers im Wege der Ent­gelt­um­wand­lung dem arbeit­neh­mer­fi­nan­zier­ten Auf­bau­kon­to der betrieb­li­chen Alters­ver­sor­gung in Form einer Direkt­zu­sa­ge zuge­führt, liegt im Zeit­punkt der Ent­gelt­um­wand­lung inso­weit kein Zufluss von Arbeits­lohn vor.

Abfin­dung – und die Entgeltumwandlung

Erst mit der Aus­zah­lung des Ver­sor­gungs­gut­ha­bens aus dem Auf­bau­kon­to hat die Arbeit­neh­me­rin Ein­künf­te aus nicht­selb­stän­di­ger Arbeit nach § 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG erzielt; in dem hier vom Bun­des­fi­nanz­hof ent­schie­de­nen Fall han­delt es sich bei dem Pen­si­ons­plan um eine sog. Direkt­zu­sa­ge1.

Die­se Ein­nah­men sind ‑auch soweit der ent­gelt­um­ge­wan­del­te Betrag betrof­fen ist- im Jahr der Aus­zha­lung zu erfas­sen (§ 11 Abs. 1 EStG).

In Höhe der Ent­gelt­um­wand­lung ist es im Jahr der Ent­gelt­um­wand­lung nicht zu einem Zufluss von Arbeits­lohn bei der Klä­ge­rin gekom­men; die blo­ße Ein­räu­mung von Ansprü­chen gegen­über dem Arbeit­neh­mer führt bei die­sem regel­mä­ßig noch nicht zum Zufluss. Erst der Ein­tritt des Leis­tungs­er­folgs durch die Erfül­lung der Ansprü­che bewirkt den Zufluss beim Arbeit­neh­mer2.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 23. April 2021 – IX R 3/​20

  1. zur Abgren­zung zwi­schen Arbeits­lohn i.S. des § 19 EStG und sons­ti­gen Bezü­gen i.S. des § 22 EStG s. BFH, Beschluss vom 03.07.2008 – X B 172/​07, BFH/​NV 2008, 1672; BMF, Schrei­ben vom 06.12.2017, BStBl I 2018, 147, Rz 146; Karst/​Stöckler in Schlewing/​Henssler/​Schipp/​Schnitker, Arbeits­recht der betrieb­li­chen Alters­ver­sor­gung, Teil 5 B Unmit­tel­ba­re Ver­sor­gungs­zu­sa­ge, Rz 162 ff.[]
  2. vgl. nur BFH, Urtei­le vom 12.04.2007 – VI R 6/​02, BFHE 217, 547, BStBl II 2007, 581, unter II. 1.a, Rz 13, zur Ablö­sung einer Pen­si­ons­zu­sa­ge; vom 29.07.2010 – VI R 39/​09, BFH/​NV 2010, 2296, Rz 28/​29, zur „arbeit­neh­mer­fi­nan­zier­ten betrieb­li­chen Alters­ver­sor­gung“ durch auf­ge­scho­be­ne Ver­gü­tung in Gestalt jähr­li­cher Son­der­zah­lun­gen[]